Nach einem Regentag ist der Zustand des Münchhausenwegs katastrophal und zeigen sich deutlich die Kuhlen auf der Straße Foto: moe

Gefahrenzone Münchhausenweg

Straßensanierung strapaziert Anwohner enorm

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Die Grundinstandsetzung des Münchhausenwegs in Niendorf ist für die Anwohner eine Zerreißprobe. Denn seit dem Abtragen der Asphaltdecke ist die Straße eine reine Krater- und Hügelpiste.

 

Als die Hausbesitzer über die anfallenden Sanierungsarbeiten am Münchhausenweg im Herbst 2014 informiert werden, scheint alles klar. Bei der öffentlichen Veranstaltung werden sie über ihre finanzielle Beteiligung, die Maßnahmen und den Zeitplan vom Bezirksamt Eimsbüttel aufgeklärt. Als aber jetzt im April der Asphalt abgetragen wird, mehrt sich der Unmut bei den Anwohnern. „Wir wurden über 16 Monate Bauzeit informiert. Diese betreffen aber offensichtlich nur die jetzt begonnenen Straßenbauarbeiten. Seit November laufen aber schon die Leitungsarbeiten. Damit ist die zeitliche Dauer der Belastung für uns deutlich größer“, so Bewohner Shariar Eghbalpour. Er bemängelt wie sein Nachbar Volker Bogdan außerdem, dass die einzelnen Leitungsarbeiten nicht koordiniert wurden, sondern jede Firma die Erde aufs Neue aufgrub.

Stecken geblieben

Nahezu katastrophal ist für viele der aktuelle Zustand der Straße. Seit dem Entfernen der Asphaltdecke ist der Münchhausenweg eine Sandpiste voller Krater und Hügel – gefährlich für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer. Die Anwohner berichten von Paketzustellern und Dienstleistern, die nicht einfahren wollen, und von einem Handwerkerfahrzeug, das nach dem Regen im Schlamm steckenblieb.

Auf und ab geht es momentan für Autofahrer während der Bauarbeiten auf dem Münchhausenweg, der mit nicht immer gut erkennbaren Löchern ?überrascht? Foto: moe

Die Bewohner hatten sich auf Unannehmlichkeiten und Einschränkungen eingestellt. Doch keiner hat mit diesem Ausmaß gerechnet. „Ich brauche jetzt 20 Minuten länger zur Bushaltestelle am Garstedter Weg, weil das mit meinem Rollator über den Münchhausenweg nicht mehr geht und ich den Grotkoppelweg nehmen muss“, so Rentner Karl Stier. Auch er erinnert sich, dass bei der Info-Veranstaltung von abschnittsweisen Bauarbeiten die Rede war. Dass nun die ganze Straße auf einmal in Mitleidenschaft gezogen wird, macht viele wütend und fassungslos.

Ein Fragezeichen bei vielen besteht auch hinsichtlich der geplanten Pflasterung der Fahrbahn. Sie befürchten eine erhöhte Lärmbelästigung sowie langfristig das Absinken einzelner Steine. Anke Bunning von der Pressestelle des Bezirksamts Eimsbüttel erklärt: „Dies ist eine regelhafte Bauweise. Beschwerden aufgrund von Lärmbelästigung durch Anlieger sind dem Bezirk in vergleichbaren Maßnahmen nicht bekannt.“

           

 

Baubeginn hatte sich verzögert

 

 

Auch zu den anderen bemängelten Punkten nimmt sie Stellung: „Im Vorwege der Straßenbauarbeiten fanden umfangreiche Leitungsarbeiten der Leitungsträger statt, die den Beginn der Baumaßnahme verzögert haben.“ Die Straßenentwässerungsleitung wurde tatsächlich auf ganzer Länge verlegt. „Im Anschluss wird derzeit abschnittsweise die Schottertragschicht gebaut, so wie es im hinteren Teil der Straße bereits geschehen ist. Die Zuwegung zu den Grundstücken ist von beiden Richtungen gegeben, bis auf den Abschnitt der in Bearbeitung ist“, so Bunning weiter. Da es sich um eine Straßenbaumaßnahme handele, seien während dieser Zeit Unebenheiten in der Fahrbahn nicht vermeidbar. Sie verspricht: „Aus heutiger Sicht ist mit einem geplantem Abschluss zu rechnen. Solange keine Verzögerungen durch Unvorhergesehenes gibt, wird die Baumaßnahme nach rund 16 Wochen Bauzeit abgeschlossen sein.“

Die Anwohner des Münchhausenwegs hoffen nun, „dass uns das Ergebnis Ende Juli mit dem dann neu geschaffenen Bürgersteig überzeugt.“ moe

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