Begeistert vom WLAN-Projekt sind auch die Ohmoor-Achtklässler Lena (13), Aliya (13) und Timothy (14, v.li.) Foto: moe

WLAN kommt gut an

Mittlerweile machen vier Klassenstufen am Gymnasium Ohmoor mit

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Das im Schuljahr 2014/15 gestartete Laptop- und WLAN-Pilotprojekt hat sich an allen sechs beteiligten Hamburger Schulen sehr erfolgreich entwickelt. Auch am Gymnasium Ohmoor in Niendorf überwiegen die positiven Erfahrungen.

 

Anfangs war die Teilnahme von 1300 Kindern und Jugendlichen in Hamburg geplant. „Mittlerweile nehmen bereits über 2100 Schüler in 94 Schulklassen an diesem Projekt teil“, so Hamburgs Schulsenator Ties Rabe. „Sie lernen in allen Unterrichtsfächern mit modernen und ausgereiften Lernprogrammen und benutzen dabei die eigenen Smartphones, Laptops oder Tablets. Mit dem Projekt ist Hamburg einen großen Schritt voran gegangen.“

Internet als Quelle

Bereits Anfang 2015 zogen auch die mitmachenden Schüler und Lehrer im Niendorfer Wochenblatt eine erste Bilanz. Nutzten anfangs nur die Acht- und Elftklässer die digitalen Medien im Unterricht, sind jetzt auch die Neunt- und Zwölftklässler mit dabei. Sie alle können im Unterricht das Internet als Informationsquelle nutzen und haben Zugriff auf eine digitale Lernplattform (Infos im Kasten).

„Bei uns haben alle Eltern sofort zugestimmt“, sagt Aliya (13). „Hätte es eine Gegenstimme gegeben, dürfte die ganze Klasse nicht mitmachen.“ Vor allem im Biologie-Unterricht greifen sie auf ihre Smartphones zurück. Nutzreich war die Internetrecherche aber auch schon im Geografie-Unterricht. „Wir sollten die Mieten verschiedener Weltstädte miteinander vergleichen. Die Infos dazu hätten wir ohne unsere Smartphones gar nicht so schnell bekommen“, sagt Timothy (14).

 

Das sagen die Lehrer zum WLAN Projekt am Gymnasium Ohmoor

 

Blöcke, Hefter und Stifte nutzen die Schüler trotz WLAN aber natürlich trotzdem weiter. Denn die digitalen Medien werden vor allem ergänzend und nicht alleinig im Unterricht verwendet. Handschriftliche Notizen oder Arbeiten sind weiterhin gefragt – werden aber eben dann auch mal per E-Mail an den Lehrer geschickt. „Unser Unterricht ist lebendiger und abwechslungsreicher geworden“, so Lena (13).

Natürlich sind sie alle begeistert von der WLAN-Nutzung, müssen sich aber auch bremsen. „Denn natürlich ist die Verlockung, das WLAN auch in den Pausen zu nutzen groß“, gibt Aliya zu. moe

 

Steffen Einfeldt, Biologielehrer und Beauftragter für Neue Medien am Gymnasium Ohmoor

 

Einzelnen Schüler besser im Blick

„Durch die Nutzung der Lernplattform können wir  den Unterricht wesentlich informativer, schneller und individueller gestalten. Die Lehrkräfte haben jeden einzelnen Schüler mit seinen Arbeiten genau im Blick, können auf seine Ansprüche reagieren und Unterrichtsabläufe wesentlich besser auf Einzel- und Gruppenarbeit abstimmen. Das ist mit Papier in dieser Form unmöglich oder würde einen nicht leistbaren Aufwand bedeuten. Natürlich bleibt das Arbeiten mit den neuen Medien immer nur ein zusätzliches Mittel. Aber die Ausrede ,Ich habe meine Hefter vergessen’ zieht nicht mehr, denn alle Unterlagen sind digital dokumentiert und abrufbar. Während der Pilotphase mussten wir uns unsere Fortbildungen zur neuen Gestaltung des Unterrichtes mit den digitalen Endgeräten allerdings selbst organisieren. Auch die Gestaltung neuer Unterrichtseinheiten haben wir im Wesentlichen mit eigenen Mitteln bestritten. So ist die kollegiale Unterstützung in der Schule noch wichtiger geworden.“

 

 

Andreas Jellinghaus, Lehrer für Politik-Geschichte- Wirtschaft am Gymnasium Ohmoor

 

Enormes Plus für weiteren Weg

„Ich bin ein großer Befürworter des Projekts. Ganz selbstverständlich erlernen die Schüler das Arbeiten mit den Zukunftsmedien. Früher waren wir angewiesen auf die PC-Räume. Heute haben alle in der Klasse oder im Kurs den gleichen Zugriff auf das Internet. Eine Herausforderung ist tatsächlich das Nutzen der verschiedenen Betriebssysteme. Manche sind auch veraltet und können dann Infos nicht richtig darstellen. Aber das kriegen wir immer gelöst. Die Schüler lernen automatisch verschiedene Anwendungsprogramme kennen, gewinnen Sicherheit. Das ist ein enormes Plus für ihren späteren beruflichen Weg. Dass wir Lehrer immer den Lernfortschritt im Blick haben, erleichtert die Arbeit enorm. Durch das Projekt ist sogar Unterricht auf dem Schulhof im Grünen möglich.“

 

           

So funktioniert die digitale Lernplattform

 

An den Projektschulen wurde eine sogenannte digitale Lernplattform im Internet eingerichtet. In diesem virtuellen Klassenzimmer finden die Schüler sämtliche Lernmaterialien, Aufgaben, Übungen und Tests. Sie bringen ihre eigenen Geräte in den Unterricht, vernetzen sich mit der Lernplattform und können auf die digitalen Lernprogramme zugreifen. Die Lehrer sehen jederzeit „in Echtzeit“, wer welche Aufgaben erledigt hat und wie erfolgreich beispielsweise ein Test absolviert wurde.

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