Die Bauarbeiten am Albertinen-Krankenhaus gehen voran. Die Anwohner von gegenüber sind wenig begeistert Foto: cs

Riesen-Klotz den Kampf angesagt

Anwohner der Süntelstraße klagen gegen Albertinen-Parkhaus

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„Wir haben nichts gegen die Klinik. Wirklich nicht.“ Dies klarzustellen ist Ilona Pohl-Kraneis wichtig. Die Schnelsenerin wohnt in der Süntelstraße. Aus ihrem Wohnzimmerfenster blickt sie direkt auf das Albertinen-Krankenhaus – und auf die riesige Baustelle davor.

 

Dort soll bis Ende des Jahres ein Parkhaus mit insgesamt 320 Stellplätzen entstehen (wir berichteten). Der erste Spatenstich für das imposante Bauwerk war bereits im April 2015. Zwei Monate später stoppte das Hamburger Verwaltungsgericht die Arbeiten – aufgrund der Klage einer einzelnen Anwohnerin. „Ja, diese Person bin ich“, sagt Pohl-Kraneis im Gespräch mit dem Niendorfer Wochenblatt. Sie wolle jedoch nicht den Bau des Parkhauses an sich verhindern. „Aber dass die uns so einen zehn Meter hohen Riesen-Klotz vor die Nase setzen, geht eindeutig zu weit.“

Pohl-Kraneis und auch die umliegenden Nachbarn fürchten sich vor der Lärmbelästigung, die von den ein- und ausfahrenden Autos ausgingen. Auch Abgase und Lichteinfall seien bei einer Garage dieser Größenordnung ein Problem. „Das Gericht hat uns in diesem Punkt Recht gegeben“, berichtet Pohl-Kraneis. So hätten die Richter festgesetzt, dass das Parkhaus aus Lärmschutzgründen nach der Fertigstellung zwischen 22 und 6 Uhr nicht benutzt werden dürfe.


Urteil steht noch aus

 Die Bauarbeiten am Parkhaus wurden aufgrund einer Eil-Entscheidung des Hamburger Oberverwaltungsgerichts inzwischen wieder aufgenommen.  Ein Urteil im Hauptsacheverfahren steht noch aus. Ein Termin für die Verhandlung gibt es jedoch noch nicht. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung der Gerichte kann dies auch noch dauern. „Bis dahin ist das Parkhaus längst fertig und es wurden Tatsachen geschaffen, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen“, sagt Pohl-Kraneis. Aufgeben kommt für sie dennoch nicht in Frage. „Ich habe das Gefühl, dass wir an der Nase herumgeführt werden“, sagt sie. „Zweimal waren wir im Bezirksamt, um über die Planungen in puncto Parkhaus zu reden. Beide Male wurde uns mittgeteilt, dass es mit dem Lärmschutz alles seine Richtigkeit habe. Dann schickt das Gericht einen Gutachter. Und siehe da: Beim Lärmschutz muss nachgebessert werden“, so Pohl-Kraneis. cs

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