Seit 25 Jahren mit Niendorf verbunden: Erik Thiesen (58)im Pastorat in der Promenadenstraße Fotos: mf

Ich bin gern Dorfpastor

Erik Thiesen feiert am Sonnabend 25. Jubiläum in der Kirche am Markt

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Seit 25 Jahren ist Erik Thiesen Pastor in der Kirche am Markt. Und möchte auch nicht mehr weg: „Die Kirche ist barock, verspielt, heimelig und persönlich. Es gibt viel zu sehen aber sie ist nicht überladen“, schwärmt der 58jährige. 

 

Das wichtigste sind für den gebürtigen Schleswig-Holsteiner aber die Menschen, die in seine Kirche kommen: „Ich lerne Menschen in allen Lebenssituationen kennen und bin dankbar für das Vertrauen, das sie mir schenken. Ich bin gern Dorfpastor!“

Mehr als die Hälfte der Niendorfer waren Mitglied der evangelisch- lutherischen Kirche, als Thiesen vor 25 Jahren in die Gemeinde kam. Jetzt sind es unter 30 Prozent. „Die Selbstverständlichkeit, zur Kirche zu gehören, ist nicht mehr da. Aber die Menschen, die dabei sind, sind umso intensiver dabei.“

Aufgewachsen in einem christlichen Elternhaus in Angeln an der Schlei fand Thiesen in der Schulzeit Anschluss an einen evangelikalen Jugendkreis. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, lacht er.

Sein Glaube änderte sich im Laufe der Zeit weg von dem Evangelikalen, der die Bibel wortwörtlich nimmt hin zu einem liberaleren, der die Zeugnisse der Bibel aus der Zeit heraus historisch-kritisch sieht. Ein Widerspruch sei das nicht. Ob Schöpfungsgeschichte oder Urknall: „Gott ist der Grund und hält alles zusammen“, ist sich Thiesen sicher.

Die Fusion der Niendorfer Gemeinden vor zehn Jahren, bedeutet für ihn den größten Einschnitt in sein Berufsleben: „Das setzte durch Einsparung in Verwaltungstätigkeiten viele Kräfte frei.“ Seither widmet Thiesen sich vermehrt der spirituellen Arbeit, zu der unter anderem Meditationen und das jährliche Männerpilgern gehören.


Eine Auszeit

Von Juni bis August nimmt sich Pastor Thiesen eine dreimonatige Sabbat-Zeit. Dann wird er auch vier Wochen zum Schweigen in ein Katholisches Seminarhaus nach Bingen reisen. „Nur eine Zahnbürste darf ich mitnehmen“, lacht er. Und freut sich schon jetzt, im Anschluss seinem Bruder auf dem Öko-Bauernhof in Angeln zu helfen: „Auf den Traktor will er mich leider nicht lassen“, bedauert der Pastor. „Dabei traue ich mir auf dem Hof einiges zu!“. mf

 

Gemeinsam feiern

 

Am Sonnabend, 30. April, sind die Niendorfer um 13.30 Uhr zum Gottesdienst in die Kirche am Markt eingeladen. Im Anschluss wird ab 15 Uhr im Pastoratsgarten in der Promenadenstraße 16 gemeinsam gefeiert.

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