„Echt Sotchi-mäßig“ Felix Loch hatte seine Olympia-Medaille mitgebracht Foto: cs

Ein Olympiasieger zum Anfassen

Rennrodler und „Plan International“-Pate Felix Loch brachte die Fußballjungs der D-Jugend beim Niendorfer TSV auf Trab

Archiv| Views: 258

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein echter Olympiasieger nach Niendorf kommt. Und wenn dieser dann noch seine Goldmedaille dabei hat und sich bereitwillig Löcher in den Bauch fragen lässt, dann ist das „echt Sotchi-mäßig“. Darüber waren sich die Jungs von der Fußball-D-Jugend des Niendorfer TSV einig.

 

Die Mannschaft durfte vergangene Woche mit keinem geringeren als Felix Loch trainieren – seines Zeichens dreifacher Rodel-Olympiasieger, zwölffacher Weltmeister, fünffacher Europameister und fünffacher Gesamtweltcup-Sieger. „Bist du der beste Schlittenfahrer der Welt?“, wollten die Nachwuchskicker von ihrem prominenten Gast wissen – und brachten den 26-Jährigen damit etwas in Verlegenheit. Kurzes Nachdenken und viel Gelächter: „Es kann schon sein, dass ich im Moment der Beste bin.“

Bei allem Spaß, der Hintergrund der ungewöhnlichen Zusammenkunft war ein ernster. Das Niendorfer D-Jugend-Team ist ebenso wie Felix Loch Botschafter der Sportinitiative „Kinder brauchen Fans!“ von Plan International. Gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk machen sie auf die Bedürfnisse von Kindern in Entwicklungsländern aufmerksam. Und so hatte Olympiasieger Loch einen Scheck über 3000 Euro im Gepäck. Das Geld stammt aus dem Verkauf gehäkelter Mützen, den sogenannten Felix Fan-Boshis, und soll dem Plan-Projekt „Mädchen und Jungen vor Kinderarbeit schützen“ in Tansania zu Gute kommen.

Die Jungs vom NTSV engagieren sich seit 2014 für Plan International. Seither tragen sie den Schriftzug „Kinder brauchen Fans“ auf ihren Trikots. Indem sie Interessierten bereitwillig die Bedeutung dahinter erklären und von den Plan-Projekten berichten, sind sie zu Botschaftern für Kinderrechte geworden. Einige von ihnen haben zudem gemeinsam mit ihren Eltern Patenschaften für Kinder in Entwicklungsländern übernommen. So wie der elfjährige Lukas. Er und die 14-jährige Faith aus Kenia schreiben sich regelmäßig Briefe. Sie berichtet über die Wasserwirtschaft ihres Dorfes. Er erzählt, wie ihm seine neue Schule gefällt. Zwischen den beiden liegen Welten – aber das stört den Niendorfer nicht. „Nur dass die Post immer so lange braucht“, findet er „echt doof.“ Und er müsse auch manchmal bis zu vier Monate auf eine Antwort von Faith warten.

Auch Felix Loch ist ein „Plan-Pate“. Seine Patentochter ist Evelyn, sieben Jahre alt, aus Peru. Briefe schreiben sich die beiden zwar nicht, aber ein Besuch war für dieses Jahr eigentlich fest eingeplant.

„Uns ist aber leider etwas dazwischen gekommen“, sagte Loch und blickte schmunzelnd zu seiner Lebensgefährtin und Managerin Lisa Ressle und ihrem deutlich sichtbaren Babybauch. Jetzt stünde erst einmal der eigene Nachwuchs im Vordergrund. „Aber“, so Loch, „aufgeschoben ist nicht aufgehoben!“ cs

Comments are closed.