Am Hagendeel gehts los

Gegenwind für Bezirksamtsleiter beim Info-Abend zur Flüchtlingsunterkunft

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Vor knapp zwei Monaten wurde im Eilverfahren der Baubeginn für die Erweiterung der geplanten Flüchtlingsunterkunft am Lokstedter Hagendeel genehmigt (wir berichteten). Als jetzt weitere Planungen vorgestellt wurden, gab es wieder Protest.

 

Bei der Info-Veranstaltung im Haus der Jugend Stellingen wurde vom Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge erläutert, dass zu den 13 bereits genehmigten Wohncontainern noch elf weitere hinzukommen und Platz für weitere 252 Flüchtlinge und Wohnungslose bieten. Die Erschließung während der Bauphase erfolge über die Straße Hagendeel, im Anschluss sei eine Zuwegung über den Wehmerweg geplant. Die Inbetriebnahme des Standorts ist im ersten Quartal 2017 geplant.

Bei einem Großteil der knapp 100 Besucher, die zu der Veranstaltung gekommen waren, stießen diese Informationen auf wenig Interesse. Der Grund ihres Kommens war ein anderer: „Dieser Abend ist für uns vielleicht die letzte Möglichkeit, Sie davon zu überzeugen, dass Sie einen großen städtebaulichen Fehler begehen“, war es mehrfach zu hören.

Gegen Aufschüttung

Schon lange protestieren die Anwohner gegen die Aufschüttung für die Baufelder im Überschwemmungsgebiet Hagendeel. „Anders als es der Bezirksamtsleiter Eimsbüttel vermittelt, gibt es noch keine Entscheidung des Verwaltungsgerichts in der Hauptsache, Geländeaufschüttung Hagendeel‘“, so Nachbarin Petra Quast. „Es geht um viel Steuergeld, welches nicht leichtfertig verschwendet werden darf. Ein eventueller Rückbau ginge ebenfalls zu Lasten der  Steuerzahler“, so das Mitglied der Initiative „Rettet den Hagendeel“.

Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke bekam an diesem Abend so einigen Gegenwind. Man habe die Bauarbeiten am Hagendeel bereits jetzt wieder aufgenommen, da man die Einschätzung des Oberverwaltungsgerichts teile, dass „die Klage der betroffenen Antragsteller gegen die Baugenehmigung voraussichtlich insgesamt keinen Erfolg“ haben werde, so Sevecke.

Er musste sich auch dem Vorwurf stellen, die Bürger bei den Planungen ignoriert zu haben. „Die Bürgerbeteiligung war wirklich beknackt“, gab er offen zu – und versprach, die Bitte, die Unterkunftserweiterung nochmal zu überdenken, den zuständigen Staatsräten zu übermitteln. Sevecke: „Ich denke aber nicht, dass sich dadurch etwas verändern wird.“ cs

 

Gerichtstermin

Die Verhandlung des Hauptsacheverfahrens „Geländeaufschüttung Hagendeel“ ist für Dienstag, 26. April, angesetzt. Anders als während der Info-Veranstaltung mitgeteilt, findet die Sitzung jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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