In den letzten Tagen wurden als vorbereitende Maßnahme die Umrisse des kommenden Rückhaltebeckens freigeschaufelt und geplant ist, dass zeitnah mit behördlicher Genehmigung der Abtransport des Erdaushubs erfolgt Foto:moe

Deckel hui, Wege pfui!

Baumaschinen für den A7-Ausbau strapazierten die naturnahen Wege

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Die Bauarbeiten zur Errichtung eines weiteren Regenrückhaltebeckens im Zuge das A7-Ausbaus am Rand des Niendorfer Geheges haben begonnen. Doch bei der Ankunft der Baumaschinen wurden einige naturnahe Wege geschädigt – und das führte zu Protest.

 

Der Anblick der großen Baumaschinen zwischen Röthmoorgraben und Brookgraben  am nord-westlichen Gehege-Rand in Schnelsen wirft bei vielen Spaziergängern Fragen auf. „Wie im Niendorfer Wochenblatt angekündigt, handelt es sich dabei um die Vorbereitungen zur Errichtung eines weiteren Rückhaltebeckens als wichtige Maßnahme im Zuge der erweiterten Versiegelung beim A7-Ausbau“, erklärt Christian Merl, Sprecher der für den A7-Ausbau zuständigen Projektgesellschaft Via Solutions Nord.

Der Transport der Baumaschinen zur Baustelle setzte allerdings einigen der öffentlichen und von vielen Naturbesuchern genutzten Wegen ganz schön zu. Tiefe Furchen eines Baggers im vom Röthmoorweg abgehenden Wanderpfad führten sogar zu einem Beinahe-Sturz. „Als die Baumaschinen Ende März auftauchten, war der Rand des Weges plötzlich kaputt gefahren, gab es tiefe Rillen. Morgens im Halbdunkel habe ich mich auf dem Weg zur Arbeit fast mit dem Rad dabei verkantet“, erzählt der Schnelsener Hajo Vieth.

Auch das Bezirksamt Eimsbüttel wird auf den Zustand des Pfades und das von vielen als rabiat bezeichnete Vorgehen aufmerksam.

„Das Benutzen des Röthmoorwegs war mit uns nicht abgestimmt. Wir haben sofort das Gespräch gesucht und die verursachende Firma wird alles wieder instant setzen und in Ordnung bringen“, so Hartmut Schulz, Leiter der Abteilung Stadtgrün im Bezirksamt Eimsbüttel.

„Offenbar wurde im Zuge der Baustelleneinrichtung Baugerät unserer Nachunternehmer über diesen Weg angeliefert“, so Merl. „Wenn es dabei zu Beschädigungen gekommen ist, stehen wir dafür ohne Frage gerade!“

Doch auch bei der Ankunft der anderen Kettenfahrzeuge auf Anhängern über befestigte Wege – wie Holloswisch und Beentkamp – kam es zu Schädigungen. So wurde am Beentkamp der Boden seitlich  des Straßenpflasters in Mitleidenschaft gezogen. Damit die Straße beim Abtransport des Aushubmaterials aus der Baustelle  nicht noch weiter strapaziert wird, werden jetzt die Stellen ausgebessert und befestigt. „Die notwendigen Ertüchtigungsmaßnahmen werden, wie mit den Behörden vereinbart, umgesetzt. Erst nach Erstellung dieser wollen wir mit dem Abtransport des Aushubmaterials beginnen“, sichert Merl zu.

Klärungsbedarf mit dem Bezirksamt gab es auch bezüglich der Errichtung einer Baustellenzufahrt für den Lärmschutz-wand-Bau vom Duvenacker aus, parallel zur A7. Dafür läge aber nun eine Genehmigung vor.

„Es ist leider nicht alles zu 100 Prozent planbar. Wenn es zu ungewollten Geschehnissen kommt, reagieren wir sofort. Dafür sind wir immer im ständigen Kontakt mit den Behörden“, so der Via Solutions Nord-Sprecher.

So wurden auch in enger Absprache mit dem Bezirksamt Eimsbüttel mehrere Bäume rund um die Rückhaltebecken-Baustelle eingezäunt, um sie zu schützen. Und auch möglicher Kritik an den Erdarbeiten zwischen dem alten und dem neu zu bauenden Rückhaltebecken greift Merl bereits vor: „Wir müssen dort rechts und links des Wanderwegs großzügig baggern, weil eine Verbindung zwischen den Becken geschaffen werden muss. Um die Spaziergänger nicht zu beeinträchtigen, wird für sie während der Arbeiten ein gesicherter  Fußgängerübergang eingerichtet.“ moe

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