Der Abschiebebescheid überschattet Omed Afshars Freude über den Ausbildungsplatz Foto:mf

„Keine Planungssicherheit“

Afghanischer Flüchtling soll trotz Ausbildungsstelle das Land verlassen

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Nach fast drei Jahren des Wartens hat sich für Omed Afshar aus Afghanistan endlich eine Perspektive ergeben: Am 1. Februar begann der Flüchtling eine Ausbildung in einem Niendorfer Betrieb (das Wochenblatt berichtete). Doch nun erhielt er einen Abschiebebescheid.

 

„Ich dachte, Omed sei während der Ausbildungszeit sicher“, so Nick Zippel, Geschäftsführer der Niendorfer Firma Opländer Haustechnik fassungslos. Neben dem 30-jährigen Afghanen sollen hier vier weitere Geflüchtete einen Ausbildungsvertrag erhalten. „Das gibt uns überhaupt keine Planungssicherheit.“

Als hochmotiviert erfahren Zippel und seine rund 150 Mitarbeiter die angehenden Auszubildenden. „Doch jetzt kann ich mich nur ganz schwer konzentrieren“, sagt Omed Afshar traurig. Das Lernen für die Berufsschule wird von der Angst einer ungewissen Zukunft überschattet. Innerhalb von 30 Tagen habe er Deutschland zu verlassen, so das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Dagegen hat Omed Afshar nun Klage eingereicht.

Die Ausländerbehörde stellt ihm zumindest eine Duldung für die Dauer der Ausbildung in Aussicht: „Bei afghanischen Staatsangehörigen besteht ein Duldungsgrund. Eine begonnene Ausbildung kann mit einer Duldung fortgesetzt werden“, so Pressesprecher Christian Martens. Erst einmal aber bleibt die Ungewissheit. mf

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