Unschönes Bild Der Teich im Lokstedter Von-Eicken-Park ist arg verschlammt Foto: kn

Treibgut, Laub und Müll im Wasser

Vor der für Herbst geplanten Sanierung sagt Bezirksamt Sofortmaßnahmen für verlandeten Teich im Von-Eicken-Park zu

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Trotz der nach Frühling duftenden lila Krokusse am Ufer des kleinen Sees im Lokstedter  Von-Eicken-Park stinkt es nach modrigem Wasser. Denn mit dem Teich im Park ist es nicht zum Besten bestellt.

 

Treibgut, Laub, Futterreste, Kot und Plastikabfälle verschmutzen das Gewässer. Holger Kapahnke, der gleich neben dem Park wohnt, ärgert sich über den Zustand: „Glaubt man dem Bericht auf der Homepage, die von der Stadt Hamburg für den Von-Eicken-Park eingerichtet wurde, müsste der Teich inzwischen sogar Trinkwasserqualität haben oder für Forellenzucht geeignet sein. Er stinkt aber zeitweise zum Himmel und  droht zu verlanden, so wie es im hoch gelobten Nebengerinne bereits passiert ist.”


Steinbett zugewachsen

Der Teich im Von-Eicken-Park wurde als Rückhaltebecken des Flüsschens „Schillingsbek” angelegt und 2009  im Zuge einer Ausgleichsmaßnahme umgebaut. Seitdem fließt die Schillingsbek in einem Nebengerinne – einem neuen Bachbett – am Teich entlang. So sollte der Bachabschnitt wieder wichtige ökologische Funktionen erfüllen und von Kleinfischen und Kleinstlebewesen durchwandert werden. „Es kann ja auch niemand ahnen, dass solch ein Steinbett wieder zuwächst. Wozu solche Investitionen, wenn es keinen Folgeplan zur Instandhaltung gibt?”, klagt Holger Kapahnke.

Dieter Siebeneicher vom Naturschutzbund Hamburg (NABU) erläutert dazu: „Wird ein Teich wochen- oder monatelang nicht mit Wasser versorgt und wird er im Sommer wegen geringer Tiefe sehr warm, droht der Teich aus Sauerstoffmangel zu kippen. Das dürfte im vergangenen Jahr der Fall gewesen sein. Übermäßiger Wasservogelbesatz verschlimmert die Situation auch noch.”

Der NABU weist immer wieder auf Fütterungsverbote von Wasservögeln hin. Starker Enten-Besatz verhindert das Wachsen von Pflanzen im Wasser- und Uferbereich. Dieter Siebeneicher verdeutlicht: „Diese Pflanzen sind jedoch für eine natürliche Sauerstoffproduktion im Wasser dringend notwendig. So werden Gewässer von tierliebenden, aber unwissenden Menschen geschädigt.”


Zustand ist bekannt

Stephan Schneider vom Fachamt Management des öffentlichen Raumes im Bezirksamt Eimsbüttel ist der Zustand des Rückhaltebeckens bekannt. „Ein Ingenieursbüro wurde von uns mit der Planung der Teichentschlammung beauftragt. Wir streben an, Anfang Oktober mit der Entschlammung zu beginnen und dieses Jahr auch abzuschließen, soweit die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung stehen. Laut der durchgeführten Untersuchungsergebnisse müssen rund 2000 Kubikmeter  Schlamm ausgehoben werden. Mit der Entschlammung werden auch abgängige Uferbereiche überarbeitet.”


Amphibien-Nachwuchs

In den nächsten Monaten sind nach Beschlüssen des Bezirksamtes keine Entschlammungsmaßnahmen möglich, denn es muss mit Amphibien gerechnet werden, die das Rückhaltebecken zum Laichen aufsuchen. NABU-Experte Dieter Siebeneicher erklärt dazu: „Schlick und Verlandungszonen sind für Amphibien optimal. Äste und Zweige stören nicht, sondern werden von Erdkröten sogar als Haltematerial für Laichschnüre gebraucht. Zu prüfen wäre nur, ob der Wasserstand im Teich erhöht und besser reguliert werden kann.” 

Das Bezirksamt Eimsbüttel hat trotzdem Sofortmaßnahmen eingeleitet.  Es wird in den   nächsten Tagen vor Ort geprüft, ob Äste im Teich entfernt werden können und Wasser im Teich angestaut werden darf, ohne in das Ökosystem einzugreifen. kn

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