Herzlich willkommen in der Kita Bluma Mekler: Anugata Hauschildt, Heimke Holst, Karin Rehders, Petra Neubüser und Gerlinde Mielke (von links) Foto: kk

Singen verbindet die Generationen

Jeden Mittwoch sind Seniorinnen als Singpaten zu Gast in einer Schnelsener Kindertagesstätte

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Bis sechs muss die kleine Clara diesmal zählen – so viele Seniorinnen sind gekommen, um mit der Schmetterlingsgruppe zu singen. Schnell werden sechs zusätzliche Kinderstühle in den Stuhlkreis gerückt. „Horch‘, was kommt von draußen rein“ ist jede Woche wieder das Begrüßungslied.

 

Gründe für eine Singpatenschaft gibt es viele. Einer vereint alle Teilnehmer: die Lust am Singen. Und die ist ansteckend. 45 Minuten lang sind die Singpaten in der Elementargruppe – die Lieder bleiben den ganzen Tag über im Kopf.

Das bundesweite Programm „Canto elementar“ kümmert sich mit seinen Singpaten um die Alltagskultur des Singens. „Also nicht Leistungs-, sondern Breitensport“, erklärt Jutta Wieters-Schrader. Singen fördert nachweislich Sprachentwicklung, Lernfähigkeit und Kreativität, stärkt die Gemeinschaft ebenso wie jedes einzelne Kind.


Kulturgut wird belebt

Dass sich „Canto elementar“ an Kindergartenkinder und Senioren richtet, ist kein Zufall: Bewusst sollen alte Volkslieder neu belebt werden.

In der Kita Bluma Mekler erleben die Singpaten nicht nur niedliche Kinder, sondern außerdem viel Unterstützung durch Kitaleitung und Erzieherinnen. Zur Verabschiedung der Schulkinder oder zum Laternenumzug werden die Singpaten ganz selbstverständlich mit eingeladen, und Weihnachten mit selbstgebastelten Geschenken verwöhnt. Wenn sich die Seniorinnen mittwochs eine halbe Stunde vor dem Singen treffen, besprechen sie nicht nur das aktuelle Programm – es wird auch viel „geklönt“. „Mittlerweile sind wir Freundinnen geworden“, erzählt Anugata Hauschildt. Freiwillig lässt sich keine den Mittwochstermin entgehen. Es muss aber auch niemand den Urlaub nach den Kita-Schließzeiten legen. „Drei Singpaten sind es irgendwie immer“, sagt Karin Rehders. „Wir sind ganz frei, haben keinen Druck.“

Freie Hand haben die Singpaten auch, wenn es darum geht, welche Lieder gesungen werden. In den ersten beiden Jahren wurden sie noch durch eine Betreuerin von „Canto elementar“ angeleitet.


Beliebte Seniorinnen

Nun übernimmt jede Teilnehmerin das, was ihr am meisten liegt – sei es ein Geburtstagsständchen, etwas Plattdeutsches oder eine Übung zur Stimmbildung. „Einige Kinder besuchen uns Singpaten sogar in ihrer Vorschulzeit nochmal hier in der Kita“, freut sich Heimke Holst. „Ein schöneres Kompliment kann man kaum bekommen.“ kk

 

 

Singpate werden

 

„Canto elementar“ ist ein Programm des internationalen Netzwerks „Il canto del mondo“, das 1999 von dem Musikpsychologen Dr. Karl Adamek gegründet wurde. Canto bedeutet Singen auf Spanisch. Als Canto-Botschafter engagieren sich Prominente wie Nena, Dr. Eckart von Hirschhausen und Peter Maffay. Weitere Infos unter cantoelementar.de.
Wer das Projekt unterstützen oder selbst Singpate werden möchte, kann sich an die Vorstandsbeauftragte von „Canto elementar“ Hamburg wenden: Jutta Wieters-Schrader, Tel.: 55 35 919,  E-Mail: jttwiet@gmx.de

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