Ortsbegehung Christoph Meier (v. li.), Dr. Lucian Neitzel, Herwyn Ehlers, Christian Merl, Gerhard Fuchs und Hans Joachim Jürs verschaffen sich einen Überblick über die gefällten Bäume Foto: cs

Kahlschlag zum Ultimo

Rund 100 Bäume mussten einem Rückhaltebecken weichen

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Es ist wohl einer der größten Eingriffe in die Eidelstedter Feldmark überhaupt: Im Gebiet zwischen Röthmoorgraben und Brookgraben in Schnelsen sind am 29. Februar, dem letzten Tag der Fällsaison 2015/2016 rund hundert Bäume gerodet worden.

 

Eine Aktion, die die Gemüter der Anwohner und Spaziergänger erregte und die Mitglieder von „Pro Niendorfer Gehege“, einem Verein zum Schutz des Niendorfer Geheges und der umliegenden Feldmarken, auf den Plan rief. Hintergrund der umfangreichen Fällaktion ist der Ausbau der sich in unmittelbarer Nähe befindlichen Autobahn A7 bzw. die Errichtung des Schnelsener Lärmschutzdeckels.

Wie Christian Merl, Sprecher der zuständigen Projektgesellschaft Via Solutions Nord während einer Ortsbegehung mit Herwyn Ehlers, Hans Joachim Jürs und Dr. Lucian Neitzel von Pro Niendorfer Gehege mitteilte, werde an der Ecke Röthmoorweg/Beentkamp, direkt gegenüber des Ende der 1960er Jahre ausgehobenen Rückhaltebeckens, ein weiteres Rückhaltebecken errichtet. Dieses sei aufgrund der mit den Bauarbeiten einhergehenden Versiegelung weiterer Flächen notwendig geworden, so Merl. Außerdem fungiere das neue Rückhaltebecken als vorbeugende Maßnahme für den von Klimaforschern prognostizierten Anstieg von Starkregenereignissen.

Abgestimmt

Der Baubeginn ist für Ende April angesetzt, die Fertigstellung soll Ende des Jahres erfolgen. „Doch auch danach wird es immer wieder kleinere Arbeiten am Becken und den Rohren geben“, so Merl. „Für den Bau des Rückhaltebeckens sowie die Verlegung der Rohrleitungen dorthin waren die Baumfällungen nicht nur notwendig, sondern sind mit dem Bezirksamt Eimsbüttel natürlich auch abstimmt“, bestätigte Gerhard Fuchs, Verkehrskoordinator der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein.

Am Beentkamp wurden entlang des Brookgrabens 48 Bäume gefällt

Unter den gefällten Bäumen, überwiegend Birken und Pappeln, hätten sich keine besonders schützenswerten Exemplare befunden, betonte auch Christoph Meier von der Abteilung Stadtgrün des Bezirksamts. Drei zwischen 40 und 50 Jahre alte Eichen sowie eine junge Zerreiche, die in unseren Gefilden normalerweise nicht anzutreffen ist, waren bereits im Vorwege als besonders wertvoll eingestuft worden. Sie werden nun durch große Holzzäune vor den Bauarbeiten geschützt. cs

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