Die Akteure des Abends In den abschließenden Gesprächsrunden wurde auch das Defizit an Dolmetschern bei der Flüchtlingshilfe und –beschulung thematisiert Foto: moe

Zuständigkeiten besser regeln

Bildungs-Akteure trafen sich zum Meinungsaustausch zum Thema Inklusion

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Ein großes Thema stand auf der Tagesordnung der Regionalen Bildungskonferenz Niendorf, zu der sich Vertreter von Schulen, Kitas, GBS-Trägern, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Politiker jetzt trafen.

 

Integration/Inklusion stand im Mittelpunkt des Info- und Austauschabends. „Und das Thema ist und bleibt eine große Herausforderung, die nicht nur Schüler mit unterschiedlichstem Förderbedarf sondern auch Flüchtlinge umfasst“, so Elke Bremer vom Sozialraumprojekt ProNieNo. Enno Bornfleth, Leiter des Regionalen Bildungs- und Beratungszentrums (ReBBZ) Eimsbüttel, referierte über die allgemeine Situation in Niendorf. So besuchten mit der Neuorientierung der Inklusion 2012/13 in Niendorf bereits 95 Prozent der Schüler mit Förderbedarf eine Regelschule, während der Durchschnitt hamburgweit bei 58 Prozent lag. Mittlerweile ist die inklusive Bildung auch an den Gymnasien ein immer gewichtigeres Thema, werden zum Beispiel im Gymnasium Bondenwald auch Schüler mit Autismus unterrichtet.

Da aber nicht alle Schulen im gleichen Maße mit entsprechenden Voraussetzungen eingerichtet werden können, wurden im Stadtteil zwei Schwerpunkteinrichtungen benannt: Das sind die Stadtteilschule Niendorf und die Grundschule Moorflagen, die bereits seit 1995 Erfahrungen mit Integrationsklassen hat. „Was wir aber unbedingt brauchen, sind zusätzliche Räume, in denen die Kinder mit speziellen Bedürfnissen mit ihren Therapeuten arbeiten können“, so Schulleiterin Gesine Eichberg-Erdmann.

Auch Positives

Positiv zu bewerten ist, dass an allen Niendorfer Schulen in ausreichender Anzahl Sonderpädagogen sowie Sprachlernberater und Beratungslehrkräfte beschäftigt sind. Außerdem bekräftigten Vertreter von  anwesenden Kindergärten und Anbietern der schulischen Nachmittagsbetreuung, dass bei ihnen die Inklusion gut angekommen sei.

„Doch es gibt noch zahlreiche Problemfelder wie fehlende Ressourcen für eine fundierte differenzierte pädagogische/sonderpädagogische Diagnostik oder fehlende Förder- und Unterstützungsangebote im Vorschulischen Bereich“, so Enno Bornfleth.

Die Mutter eines Kindes mit Down-Syndrom berichtet an dem Abend von gravierenden Problemen im Schulalltag. So mangele es unter anderem an der richtigen Kommunikation, der Weitergabe von wichtigen Infos und der Absprache innerhalb des pädagogischen Teams.

Auch die abschließenden Diskussionsrunden der Beteiligten verdeutlichten den Wunsch nach besser geregelten Zuständigkeiten und vereinfachter bürokratischer Arbeit  bei der sehr komplexen sonderpädagogischen Förderung. moe

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