Gibt nicht auf Zaklin Nastic, hier mit Tochter Milja, kämpft für barrierefreie Spielplätze Foto: pr

Inklusion? Fehlanzeige!

Zaklin Nastic kämpft für barrierefreie Spielplätze

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Schaukeln, klettern, rutschen? Oder doch lieber Skateboard fahren und eine Runde Tischtennis? Die Auswahl auf Schnelsens Spielplätzen ist riesig. Doch nicht alle Kinder profierten von dem Angebot. Jungen und Mädchen mit einer Behinderung sind oft zum Zuschauen gezwungen. Denn weder im Stadtteil noch im Bezirk gibt es einen barrierefreien Spielplatz. Redakteurin Christina Sluga sprach darüber mit Zaklin Nastic, Eimsbütteler Bezirksabgeordnete der Linken und selbst Mutter einer Tochter im Rollstuhl. Sie hat jahrelang in Schnelsen gelebt und ist erst vor kurzem nach Niendorf gezogen.

 

Niendorfer Wochenblatt: Frau Nastic, warum gibt es in Schnelsen keinen inklusiven Spielplatz?

Zaklin Nastic: Das ist eine gute Frage. In ganz Hamburg gibt es nur einen einzigen. Der erste inklusive Spielplatz der Hansestadt, „Onkel Rudi“ in der Neustadt, wurde zum größten Teil privat finanziert.

 

NW: Haben Sie dann mit Ihrer Tochter die „normalen“ Spielplätze besucht?

Nastic: Ja, wir waren zum Beispiel öfter im Wassermannpark oder am Rieckbornweg. Als meine Tochter noch klein war, war das auch kein Problem. Ich konnte sie aus dem Rollstuhl heben und in die Sandkiste setzen. Aber als sie größer wurde, hatte sie keine Lust mehr, den ganzen Tag in der Sandkiste zu sitzen. Sie wollte alles ausprobieren, wie die anderen Kinder auch. Da kam schnell Langeweile und Frust auf.

 

NW: So wie Ihnen geht es sicherlich vielen…

Nastic: Allerdings. Viele Eltern mit behinderten Kindern meiden Spielplätze. Sie haben auch keine Kraft, sich für mehr Inklusion einzusetzen, weil sie im Privaten schon mit genügend Problemen zu kämpfen haben. Diese Leute möchte ich unterstützen. Meine Tochter ist mittlerweile zehn Jahre alt und interessiert sich nicht mehr so sehr für Spielplätze.

 

NW: Sie haben vergangenes Jahr einen Antrag in die Bezirksversammlung eingebracht, im Bezirk einen barrierefreien Spielplatz zu realisieren. Was ist daraus geworden?

Nastic: Unser Antrag wurde abgelehnt und in veränderter Form von der rot-grünen Koalition aufgegriffen. Grüne und Sozialdemokraten formulierten darin ihr Bestreben, zu prüfen, alle Spielplätze inklusiv zu gestalten.

 

NW: Das klingt doch eigentlich nicht schlecht, oder?

Nastic: Auf den ersten Blick schon. Doch gleich darauf wies die  Verwaltung darauf hin, dass dies nicht finanzierbar sei. Und somit passiert in diesem Bereich nun einfach gar nichts.

 

NW: Geben Sie sich damit nun zufrieden?

Nastic: Auf keinen Fall, dafür ist mir das Thema zu wichtig. Ich werde schon bald einen neuen Anlauf starten!

 

Das Interview führte Christina Sluga

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