Was am Ende übrigbleibt An der Peter-Timm-Straße 47 wurden dutzende Bäume gefällt Foto: cs

Häuser statt Bäume

Der Naturschutzbund wertet Fällsaison in den Bezirken aus

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Es ist kein schöner Anblick, der sich Anwohnern und Passanten in der Peter-Timm-Straße 47 in Schnelsen bietet. Dort, wo bis vor kurzem noch ein kleines Wäldchen stand, ragen nur noch vereinzelte Baumstümpfe in den Himmel.

 

Viele Leser melden sich beim Niendorfer Wochenblatt. Sie sind traurig. Nun musste auch einer der letzten verbliebenen Grünzüge dem Wohnungsbau im Stadtteil weichen – Schnelsen werde immer grauer.

Ein Umstand, den auch der Naturschutzbund Nabu besonders im Hinblick auf den Baumbestand an Hamburger Straßen und Grünanlagen kritisiert. „Die aktuellen Baumfäll-Statistiken sind alarmierend. Jedes Jahr  verschwinden mehr Bäume als nachwachsen dürfen. So nimmt der Bestand immer weiter ab“, betont Nabu-Vorstand Alexander Porschke. Fast 2800 Straßen- und Parkbäume wurden auf öffentlichen Flächen  in der Saison von Oktober 2015 bis Februar 2016 gefällt – 19 davon befanden sich im Stadtteil Lokstedt, 34 in Niendorf und zehn in Schnelsen. Zum Vergleich: Im gesamten Bezirk Eimsbüttel wurden 130 Bäume auf öffentlichen Flächen gefällt. Nur 61, also nicht einmal die Hälfte, sollen laut Nabu nachgepflanzt werden.  Nach Angaben des Bezirksamts sind es allerdings bis zu 122. „Die Überprüfbarkeit für Umweltverbände und Baumschützer ist nahezu unmöglich“, betont Nabu-Chef Porschke. Zwar geben die Bezirke jedes Jahr sogenannte Baumfälllisten heraus. Jedoch seien die Angaben aus den Bezirken unterschiedlich und lückenhaft.

So gehts richtig

Lediglich der Bezirk Nord steche nach Ansicht des Nabu mit einer umfassenden und transparenten Dokumentation positiv hervor. So mache er Angaben zu den Gründen der Fällungen, geplanten Nachpflanzungen inklusive  Pflanzzeitpunkt, Baum-arten sowie der Pflanzenqualität und nenne sogar den Ersatzstandort, falls erforderlich. Porschke: „Die gute Arbeit spiegelt sich auch in der positiven Baum-Bilanz wieder: Im Bezirk Nord werden mehr Bäume gepflanzt als gefällt.“ cs

 

 

Weitere Fällungen

 

Auch zwischen Märkerweg und Emmy-Beckmann-Weg wurden in der vergangenen Woche Bäume entfernt. Das Bezirksamt Eimsbüttel informiert, dass die Fällungen zugunsten eines geplanten Mehrfamilienhauses genehmigt wurden. Es handelte sich vorwiegend um Fichten. Drei Birken und eine Linde bleiben stehen und müssen auch während der Bauarbeiten geschützt werden.

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