Deckel wird länger

Mehr Verkehrschaos?

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Altona bekommt den Autobahndeckel über die A7 in der möglichst längsten Variante. Dies bekräftigte die rot-grüne Regierungskoalition während der Aktuellen Stunde in der Hamburger Bürgerschaft am Mittwoch vergangener Woche.

 

Statt der vom Bund geplanten 730 Meter soll der Lärmschutzdeckel nach Willen der Abgeordneten 2300 Meter lang sein und von der Behringstraße bis zum Volkspark reichen. Einen förmlichen Beschluss gibt es dazu zwar noch nicht, dieser soll nach Angaben von Susanne Meinecke, Sprecherin der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) aber noch vor der Sommerpause gefasst werden.

Auch über das Finanzierungsmodell wird noch diskutiert. Als gesichert gilt, dass der Bund einen Sockelbetrag in Höhe von 240 Millionen Euro übernimmt. Für die restlichen 160 bis 200 Millionen Euro muss die Stadt selbst aufkommen. Dabei sollen nach Angaben von Meinecke die Erlöse aus der Entwicklung städtebaulich zu nutzender Flächen in die Finanzierung einfließen.


Rund fünf Jahre mehr

Bei den beiden anderen Lärmschutzdeckeln in Stellingen und Schnelsen wird es indes keine Veränderungen geben. Hier bleibt es bei der vereinbarten Länge von 890 bzw. 550 Metern. Dennoch sind Pendler und Bewohner unseres Stadtteils von der „Jahrhundertentscheidung für Altona“, wie es Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) bezeichnete, unmittelbar betroffen. Denn: Wenn der Deckel dreimal so lang wird wie ursprünglich geplant, dürften sich auch die Bauarbeiten und damit das Verkehrschaos auf der und um die Autobahn herum hinziehen. „Die genaue Bauzeit wird sich erst aus den nächsten Planungsschritten ergeben“, betont Meinecke. Sie rechnet derzeit mit rund fünf Jahren zuzüglich ein bis zwei Jahren für die Deckelgestaltung. Der Baubeginn ist für 2019 geplant. cs

 

 

Das sagen Politiker zum verlängerten A7-Deckel

 

Der Autobahndeckel über die A7 soll länger werden. Mehr Platz für Grünflächen, Kleingärten und sogar Wohnungen. Gleichzeitig verlängert sich aber auch die Bauzeit. Das Niendorfer Wochenblatt fragte bei den Bürgerschaftsabgeordneten des Wahlkreises Lokstedt, Niendorf, Schnelsen nach: Wie schätzen Marc Schemmel, Dr. Monika Schaal (beide SPD), Carsten Ovens (CDU) und Anna Gallina (Grüne) die Entscheidung für einen langen Lärmschutzdeckel in Altona ein?

Marc Schemmel, SPD

Der Deckel bietet Schnelsen, Stellingen und dann auch Bahrenfeld und Othmarschen einmalige Chancen und Perspektiven. Zerschnittene Stadtteile werden zusammen geführt, neue Entwicklungsflächen geschaffen und für umfangreichen Lärmschutz gesorgt. Natürlich gilt es auch weiterhin, die Belastungen in der Bauphase für Anwohner und Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten und transparent vor Ort über die Abläufe zu informieren. Der bisherige A7-Ausbau erfolgt relativ reibungslos und die Baustellenkoordination funktioniert recht gut – trotz vieler Unkenrufe.

 
Dr. Monika Schaal, SPD

Mit den Deckelabschnitten  Schnelsen, Stellingen und nun auch Altona entsteht Platz für 25 Hektar Grünfläche, Kleingärten, Spielplätze und Sporteinrichtungen und ca. 3200 neue Wohnungen.  Damit kommt dem Deckel eine so große Bedeutung zu wie etwa der HafenCity, dem Sprung über die Elbe oder dem Projekt „Stromaufwärts an Elbe und Bille“.  Nun kann gebaut werden, wo das vorher wegen des Autobahnlärms gar nicht möglich gewesen wäre. Und trotzdem entstehen neue Grün- und Erholungsflächen. Über diese Entwicklung können sich jetzt alle freuen – auch wenn es noch länger dauern wird, bis die Pläne insgesamt Wirklichkeit werden.

 

Anna Gallina, Grüne

Während beim Bau der Autobahn die Lebensbedingungen dem Autoverkehr untergeordnet wurden, zeigen wir mit dem Ausbau und der Überdeckelung der A7, dass sich beides vereinigen lässt. Genau wie die Schnelsener sollten auch die Bahrenfelder von diesem Deckel so weit wie möglich profitieren. Ein solches Mammutprojekt ist natürlich nicht ohne Großbaustellen zu machen. Ich weiß, dass die lange Bauzeit viele persönliche Härten für die Bewohner in Schnelsen mit sich bringen wird – vermeiden lässt sich dies leider nicht. Und am Ende profitiert davon nicht zuletzt unser Schnelsen.

 

Carsten Ovens, CDU

Grundsätzlich begrüßen wir als CDU das klare Bekenntnis für den langen Autobahndeckel in Altona. Dies ist nicht nur ein Gewinn für den Stadtteil, sondern für die ganze Stadt. Wünschenswert wäre es aus meiner Sicht, wenn der Senat die Möglichkeit prüfen würde, die Lärmschutzdeckel in Schnelsen und Stellingen ebenfalls zu verlängern. Selbstverständlich werden wir die Bauarbeiten auch weiterhin kritisch im Auge behalten und gern als Vermittler zwischen den Bürgern und Verwaltung sowie Politik fungieren.

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