Berufung Cornelia Dose (links) und Margret Rump spielen mit Paul (links) und Nikolas Foto: cs

Flexible Kinderbetreuung

Tagesmütter und -väter sind als Kita-Alternative in den Stadtteilen gefragt

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„Ich habe die Berufung zum Beruf gemacht“, sagt Cornelia Dose und blickt zu ihren beiden Schützlingen. Im Souterrain eines Hauses am Niendorfer Märkerweg spielen Nikolas (1) und Paul (2) quietschvergnügt miteinander, die Tagesmutter muss nur hin und wieder einschreiten, Streit schlichten oder kurze Streicheleinheiten verteilen.

 

Es ist später Nachmittag, eine ruhige, entspannte Atmosphäre. „Das ist natürlich nicht immer so“, berichtet Dose lachend. Normalerweise wuseln fünf Jungen und Mädchen durch die Räume, die die Niendorferin eigens angemietet hat.

Damit hat Dose die Maximalzahl ausgeschöpft. Bis zu fünf Kinder darf eine Tagesmutter gleichzeitig betreuen. „Besonders für Kinder unter drei Jahren oder solche, die viele Stunden am Tag betreut werden müssen, kann so eine kleine, überschaubare Gruppe  sowie eine konstante Bezugsperson von Vorteil sein“, betont Doses Kollegin Margret Rump, die seit 31 Jahren Kinder bei sich zu Hause betreut. „Außerdem sind wir Tagesmütter in der Lage, Eltern eine zeitliche Flexibilität zu bieten“, betont sie.

Dose und Rump sind zwei von insgesamt elf Tagesmüttern und -vätern in Niendorf. In Lokstedt arbeiten zur Zeit sechs, in Schnelsen fünf. Hinzu kommen einige  Großtagespflegestellen, in der sich mehrere Tagesmütter und -väter in einem kitaähnlichen Verbund zusammengeschlossen haben. Die Nachfrage ist groß. „Es könnten gut noch mehr werden“, so Rump.

Wer in der Tagespflege aktiv werden möchte, muss heutzutage allerdings hohe Anforderungen erfüllen. Eine sogenannte Pflegeerlaubnis erhalten Interessenten bei der zuständigen Tagespflegebörse ihres Bezirksamts. Diese wird allerdings nur erteilt, wenn die angehenden Tagesmütter mit ihrer Persönlichkeit überzeugen und Sachkompetenz durch Zertifikate sowie die Teilnahme an Qualifizierungsprogrammen und Weiterbildungen nachweisen können. Soll die Betreuung außerhalb des Elternhauses der Kinder stattfinden, müssen die Tagesmütter und -väter außerdem über kindgerechte Räume verfügen und ein polizeiliches Führungszeugnis für alle im Haushalt lebenden Personen vorlegen.

Übrigens: Die Betreuung durch eine Tagesmutter oder einen Tagesvater ist der Betreuung in einer Kindertagesstätte gesetzlich gleichgestellt. Bis zu 30 Wochenstunden sind daher in Hamburg für Kinder von der Geburt bis zur Einschulung beitragsfrei. cs

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