Großes Interesse erweckte die Debatte zur Eingliederung der Flüchtlinge in Lokstedt Foto: kn

Das Miteinander soll wachsen

Gesprächsabend mit Flüchtlingen über die Chancen der Zukunft

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Die Integration von Flüchtlingen ist ein Auftrag an alle. Sie kann nur über Begegnung gelingen – das ist die Überzeugung und der Weg der Freien evangelischen Gemeinde in Lokstedt.

 

Wenn ein Politiker wie Nils Annen über Flüchtlingsfragen und Integration spricht, ist   der Saal voll. Und so kamen Ende Januar rund 100 eingesessene Mitbürger und 50 Flüchtlinge aus der Erstaufnahme der Vogt-Kölln-Strasse zur Infoveranstaltung in den Bürgersaal der Freien evangelischen Gemeinde Lokstedt. Als außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestags-Fraktion und Begleiter von Außenminister Walter Steinmeier, kennt sich der Eimsbütteler mit der Situation der Flüchtlinge in den Krisengebieten aus.

Engagiert dabei

Pastor Detlef Pieper, Geschäftsführer der Initiative Gemeinsam für Hamburg, moderierte den Abend. Als Gesprächspartner konnte er Glen Ganz, der der selbst als Migrant nach Deutschland kam und sich als Leiter des Cafés Why not? für die Integration der Flüchtlinge einsetzt, und Heiko Habbe, der seit vielen Jahren als Rechtsanwalt für Migrationsrecht tätig ist, begrüßen.

Die Gesprächsrunde beschäftigte sich mit der explosiven Lage in der Weltpolitik, den Krisenherden, den Kriegen und den daraus resultierenden Flüchtlingsströmen nach Deutschland. 35,9 Prozent der Asyl-Erstanträge wurden im vergangenen Jahr allein von Menschen aus Syrien gestellt,  gefolgt von Albanern mit 12, 2 Prozent. Nils Annen erläuterte mit Blick auf die Situation in den Herkunftsländern: „Es müssen sich alle gemeinsam an einen Tisch setzen und dann den kleinsten gemeinsamen Nenner finden, daran arbeiten wir“.

Anschließend wurde die lokale Politik mit Fokus auf die Flüchtlingsbetreuung und Unterstützungsmöglichkeiten Vorort diskutiert. Glen Ganz fordert von allen ein gemeinschaftliches Neu-Denken, in dem er sagte: „Wir müssen lernen unsere Mitbürger emotional zu packen und eine Gesellschaft aufbauen, die bereit ist zu begegnen“.

Stressfrei begegnen

Angesprochen wurde als Möglichkeit zum stressfreien Kennenlernen insbesondere das in den Räumen der Freien evangelischen Gemeinde neu eröffnete Café Why not?, ein Ort, in dem die persönliche Begegnung mit Flüchtlingen und neuen Kontakten im Vordergrund stehen.

Die Gesprächsrunde, die in freundschaftlicher Atmosphäre stattfand, zeigte viele Facetten auf, wie mit den neuen Herausforderungen in Zukunft umgegangen werden könnte. In der Diskussionsrunde wurde auch herausgestellt, dass es zwar kein Patentrezept, aber dennoch eine große Chance gibt, die neuen Mitbürger gut und schnell eingliedern zu können. Ein erster Schritt zu mehr Miteinander wurde auch gleich direkt im Anschluss an den Gesprächsabend vollzogen, als die Zuhörer die Gelegenheit nutzten, sich im Café Why not? zu stärken. kn 

 

Café Why not?

 

Integration und internationale Begegnung im Café Why not? dienstags  von 16 bis 21 Uhr in den Räumen der Freien evangelischen Gemeinde Lokstedt, Emil-Andresen-Strasse 34. Hier können sich alle neue Kontakte knüpfen und in Ruhe kennenlernen.

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