Empört Die Anwohner des Meddenwarf fühlen sich nicht ausreichend informiert Foto: cs

Der Kampf um Infos

A7-Ausbau: Anwohner am Meddenwarf fühlen sich übergangen

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Der A7-Ausbau zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein kommt gut voran: jüngst zogen die Verantwortlichen beider Länder, der Hamburger Verkehrssenator Frank Horch und sein schleswig-holsteinischer Kollege Reinhard Meyer, eine durchweg positive Bilanz (wir berichteten).

 

Ein Urteil, über das die Bewohner des Schnelsener Meddenwarf nur verwundert den Kopf schütteln können. Die Kehre der kleinen Sackgasse direkt hinter der Autobahn gleicht einer Großbaustelle: Auf der linken Seite grenzen einige Wohnhäuser unmittelbar an eine große Baugrube. Hier soll einmal eine Lärmschutzwand entstehen. Jetzt steht dort seit Monaten knietief das Wasser. Auf der rechten Seite, wo ein Havariebecken für den Autobahntunnel gebaut werden soll, wurde eine Straße angelegt, die schnurstracks auf die Autobahn führt.  „Das geschah vor Monaten, seither tut sich hier nichts mehr. Wir haben versucht, Informationen zu bekommen, bei der Verkehrsbehörde und der Projektgesellschaft Via Solutions Nord. Doch dort hüllt man sich in Schweigen“, moniert Anwohner Andreas Stonus.

Generell lasse die Kommunikation zwischen Anwohnern und Bauverantwortlichen zu wünschen übrig. Lediglich auf Nachfrage sei man über Maßnahmen informiert worden, jedoch nie im Vorwege. Bei der Rodung des Hanges am Schleswiger Damm vor zwei Jahren, der Einrichtung eines Park- und Halteverbots in der Meddenwarfkehre vor einem Dreivierteljahr sowie dessen Verlängerung bis April 2016 seien die Anwohner einfach vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Schlaflos in Schnelsen

Die Menschen in der Nachbarschaft sind verzweifelt. Einige fürchten um ihre Häuser, die bei starken Regenfällen in die Baugrube absacken könnten, andere machen nachts kaum ein Auge zu. „Besonders LKW, die die ganze Nacht hindurch, teils rückwärts fahren und dabei laut piepen, lassen uns oft stundenlang wach liegen“, klagen sie. Die Befürchtung: Dass die Zuwegung zur Autobahn als Auf- bzw. Abfahrt für die Autobahnbaustelle genutzt werden könnte und die Lkw dann täglich verstärkt durch den Meddenwarf donnern. „Die Straße wird von dutzenden Kindern als Schulweg genutzt. Das ist doch Irrsinn!“, so Stonus.

Christian Merl, Leiter der Kommunikationsabteilung bei der zuständigen Projektgesellschaft Via Solutions Nord, beruhigt: „Es handelt sich hierbei nicht, um eine permanente Baustellenzufahrt. Sie wird lediglich für die Zeit der Baufeldvorbereitung, die für die Lärmschutzwand und den Rohrleitungsbau am Meddenwarf notwendig sind, genutzt.“ Merl zeigte sich zudem irritiert über den Unmut der Meddenwarf-Anwohner. „Ich hatte im Herbst vergangenen Jahres bereits mit einer Hausbesitzerin am Meddenwarf Kontakt. Insbesondere ihre Fragen zum Thema Standsicherheit entlang der Baugrube wurden überprüft und dann entsprechend beantwortet“, so Merl. Seither sei niemand aus der näheren Umgebung mehr an ihn herangetreten. Merl: „Es würde uns freuen, wenn die Meddenwarf-Anwohner auf uns zukämen und wir die Probleme gemeinsam aus der Welt schaffen können.“ cs

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