Hagendeel 60 liegt im Überschwemmungsgebiet. Dort Flüchtlingsunterkünfte auf Pfahlbauten zu erreichten würde die Kosten mehr als verdoppeln Foto: cs

Pfahlbauten zu teuer

Basfi rechnet mit Mehrkosten von rund 7,3 Millionen Euro

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Es war die letzte Hoffnung der Politik gewesen, einen Kompromiss zu finden, der beide Seite zufrieden stellt.

 

 Zu seiner letzten Sitzung des Jahres hatte sich der Regionalausschuss Lokstedt Heie Kettner von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (Basfi) eingeladen. Der Grund: Er sollte Stellung dazu nehmen, ob der Erweiterungsbau der geplanten Flüchtlingsunterkunft am Hagendeel auch in Stelzbauweise errichtet werden kann und welche Kosten dadurch entstehen würden.

Hintergrund: Das Grundstück Hagendeel 60 liegt mitten im Überschwemmungsgebiet der Kollau. Dort sollen auf einer aufgeschütteten Fläche 288 Flüchtlinge untergebracht werden, für die Erweiterung um 250 Plätze hat das Verwaltungsgericht kürzlich einen vorläufigen Baustopp erlassen (wir berichteten). Anwohner hatten zuvor Klage eingereicht, da sie mit dem Bau einen steigenden Wasserspiegel bei Hochwasser auf ihren Grundstücken befürchten. Der Vorteil von Unterkünften auf Stelzen: Weniger Überflutungsfläche würde versiegelt und die Gefahr von Hochwasser würde kleiner.

 Kettner machte jedoch gleich zu Beginn seines Vortrags deutlich: Auch wenn die Errichtung auf Pfählen technisch möglich sei, die Umsetzung sei jedoch höchst unwahrscheinlich. Denn dadurch entstünden im Vergleich zur klassischen Bauweise zu rund 6,5 Millionen Euro Mehrkosten von etwa 7,3 Millionen Euro. Warum? „Wenn die Wohnhäuser auf Pfählen errichtet werden, müssen aus brandschutztechnischen Gründen auch die Zufahrtstraße  sowie die Rettungswege zu den einzelnen Gebäuden auf Stelzen gestellt werden – es wäre eine der teuersten Unterkünfte Hamburgs“, berichtete Kettner den Ausschussmitgliedern, die sich „erschrocken“ darüber zeigten, was der Vorschlag alles nach sich ziehe. Kettner: „Wir glauben immer noch, dass die Fläche durch eine klassische Aufschüttung bebaut werden kann, ohne negative Auswirkungen auf die umliegenden Grundstücke zu haben. Ob es tatsächlich dazu kommt, wird jedoch das Hauptsacheverfahren klären.“ cs

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