Der neue Direktor des Altonaer Amtsgerichts engagierte sich ehrenamtlich und ist mit einer halben Stelle weiterhin Richter Foto: Justizbehörde Hamburg

Niendorfer leitet Amtsgericht

Dr. Mathias Buhk ist seit Ende September Chef in Altona

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Er wollte Schauspieler oder Journalist werden. Jetzt hat der Niendorfer als Jurist Karriere gemacht.

 

Seit dem 30. September dieses Jahres ist der Niendorfer Dr. Matthias Buhk (47) Direktor des Amtsgerichts Hamburg-Altona. Buhk ist in Niendorf aufgewachsen und hat sein Abitur am Gymnasium Ohmoor gemacht. Nach dem Studium und Auswärtserfahrung lebt er nun wieder mit Frau und zwei Söhnen im Stadtteil.

Als junger Mann wollte er Schauspieler werden, hat aber nach einer missglückten Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule den Berufswunsch geändert. Journalist wäre eine Option gewesen, aber bei seiner Bewerbung um ein Volontariat bekam er zu hören, er solle zuerst studieren.

So begann er 1989 sein Jurastudium in Hamburg. Nach Studium und Promotion arbeitete er seit 1998 zunächst als Rechtsanwalt in Frankfurt am Main, bevor er 1999 als Richter ans Amtsgericht Hamburg-Mitte berufen wurde. Seit 2000 wechselte Buhk zwischen den Amtsgerichten Mitte und Altona als Richter. Daneben engagierte er sich ehrenamtlich in der Beratung einkommensschwacher Bürger bei der Öffentlichen Rechtsauskunft, zeitweise sogar als deren Vorsitzender. Trotz seines neuen Postens als Verwaltungsleiter bedient Buhk eine halbe Stelle als Zivilrichter mit etwa 300 Fällen pro Jahr. tif

 

Biologie war nicht meine Stärke

 

Nach dem Studium zog es Dr. Matthias Buhk zurück nach Niendorf. Sein Sohn geht auf dieselbe Schule wie er früher.  Der neue Direktor des Amtsgerichts Hamburg-Altona stammt aus Niendorf und erzählt unserem Redakteur Frank Tiedemann, was ihm der Stadtteil bedeutet.

 

Niendorfer Wochenblatt:  Herr Buhk, sie sind in Niendorf aufgewachsen. Was hat Sie bewogen, nach dem Studium und Berufsanfängen hierher zurückzukehren?

Dr. Matthias Buhk: Niendorf ist erstaunlich zentral. Man ist mit Bus oder Bahn sehr schnell in der Stadt. Der Tibarg ist eine attraktive Einkaufsmeile. Außerdem leben meine Eltern und Schwiegereltern auch hier.

 

NW: Hatten Sie in Ihrer Schulzeit ein Erlebnis, das Sie mit dem Stadtteil verbindet?

Buhk: Das war eher unspektakulär. Ich wohnte direkt gegenüber von der Schule Sachsenweg und hatte kurze Wege. Leicht irritiert war ich, als mein Sohn am Gymnasium Ohmoor in die Parallelklasse der Lehrerin kam, die mich 33 Jahre zuvor in Bio auch schon unterrichtet hatte. Zum Glück hat sie sich nicht an mich erinnert. Bio war nicht meine Stärke.

 

NW: Welche menschliche Eigenschaft ist typisch für Niendorfer?

Buhk: Die Hilfsbereitschaft: Als ich bei einem Großeinkauf im Supermarkt, nachdem ich sämtliche Waren auf das Band gelegt hatte, feststellte mein Portemonnaie vergessen zu haben, sprang kurzerhand ein hinter mir stehender Mann ein und reichte mir einen 100-Euro-Schein mit den Worten, ich könne es ihm ja bei Gelegenheit zurücküberweisen.

 

NW: Gehen Niendorfer mit den prominenten Nachbarn so hanseatisch-zurückhaltend um wie andere Hamburger?

Buhk: Als ich eines Abends im kalten Winter mit meiner Frau aus dem Theater kommend nach Hause ging, empfing uns auf der ansonsten menschenleeren Straße freudig ein Journalist und fragte, ob er uns zu Michael Jackson interviewen dürfe. Der besuche ja einen Niendorfer Bekannten und wohne gerade im Haus gegenüber. Deswegen seien wir doch bestimmt hier. Wir mussten ihn enttäuschen.

 

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