Wollen der Region Gutes tun Martin Englert (li.) und Michael Tomfort engagieren sich im Regionalbeirat Niendorf der Haspa Foto: si

Hilfe direkt und ohne Abzug

Der Regionalbeirat Niendorf der Haspa initiiert ein Netzwerk für direkte Flüchtlingshilfe

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Die Haspa hat ein Konto eingerichtet, über das Spenden direkt und ohne Abzug an die Flüchtlingshilfe im Niendorf, Lokstedt, Schnelsen und Groß Borstel weitergeleitet werden sollen. Die Idee stammt Regionalbeirat Niendorf der Hamburger Sparkasse. Das Niendorfer Wochenblatt hat mit den Beiratsmitgliedern Martin Englert (Haspa-Regionalleiter) und Michael Tomfort (Geschäftsführer Blumen Tomfort) darüber gesprochen, wie das Projekt funktioniert.

 

Niendorfer Wochenblatt: Herr Tomfort, Sie sind der Initiator des Spendenkontos. Wie kam es zu der Idee?

Michael Tomfort: Da muss ich ein wenig ausholen. Ich bin Mitglied im Beirat der Haspa für die hiesige Region. Wir treffen uns regelmäßig, um über Themen zu sprechen, die den Raum Niendorf betreffen. Schon früh zeigte sich, dass uns das Thema Flüchtlinge lange und intensiv beschäftigen wird und wir luden mit Pastor Peter Hahn (Schnelsen) und Pastorin Maren Gottsmann (Niendorf) zwei in der Flüchtlingshilfe sehr engagierte Experten ein. Dabei wurde deutlich, dass es oftmals eher kleine Dinge sind, die in den Unterkünften fehlen und die eigentlich schnell besorgt werden könnten. Als Frau Gottsmann sagte, dass dringend 1000 Paar Socken benötigt würden, erklärte sich der Leiter des Tibarg Centers, Dennis Hartung-Mallon, der ebenfalls Mitglied im Beirat ist, spontan bereit, die Socken binnen drei Tagen zu besorgen. Das fand ich beeindruckend. So einfach und dennoch effektiv kann Hilfe sein, wenn man die richtigen Leute zusammenbringt.

 

NW: Der Beirat engagiert sich ja eher im Hintergrund schon länger für unsere Region. Er ist quasi ein eigenes kleines Netzwerk in dem Menschen aus der Geschäftswelt, dem Gemeinwesen, aus dem künstlerischen und dem Bildungssektor zusammenarbeiten.

Martin Englert: Das ist richtig. Der Beirat war von der Idee des Spendenkontos sofort angetan. Wir engagieren uns gemeinsam, managen die Logistik und versuchen möglichst viele Spenden einzuwerben, etwa in dem wir auch unsere eigenen Netzwerke aktivieren,  ebenfalls zu spenden. Es soll ein Statement für Menschlichkeit und Bürgerengagement sein.

 

NW: Das Spendenkonto selbst hat aber nicht der Beirat eröffnet, sondern es läuft unter dem Dach der Haspa Hamburg Stiftung.

Englert: Der Beirat hätte ja nicht einfach so ein Spendenkonto eröffnen können. Da braucht es schon einen rechtlichen Rahmen, auch damit die Spenden als gemeinnützig anerkannt werden und steuerlich absetzbar sind. Und den bietet die Haspa Hamburg Stiftung, die bereits Spenden für Flüchtlinge sammelt.

 

NW: Gibt es schon konkrete Projekte, die unterstützt werden sollen?

Tomfort: Es gibt erste Ideen. Zum Beipiel eine Fahrradwerkstatt in Niendorf, in der Flüchtlinge gespendete Fahrräder reparieren. Dort werden immer wieder Materialien gebraucht. Das Geld kommt zu 100 Prozent ganz direkt Organisationen und Einrichtungen in unserer Region zugute. Aber wir wollen auch Vorschläge aus der Bevölkerung sammeln (Anm. der Red.: siehe nebenstehenden Kasten)

 

NW: Gibt es bereits einen Grundstock an Spenden, auf den Sie aufbauen können?

Englert: Die ersten Spenden sind bereits eingegangen. Herr Tomfort beispielsweise hat in den Weihnachtsbriefen an seine Kunden um Spenden für das Projekt gebeten. Und er hat jede Menge positive Rückmeldungen bekommen. Wir müssen gemeinsam alles daran setzen, die Flüchtlinge  gut zu integrieren. Dies hilft unserer Region – und wenn es der Region Niendorf gut geht, dann geht es auch uns gut, also der örtlichen Wirtschaft und den Bürgern.

 

NW: Vielen Dank für das Gespräch. Interview: Silke Jahn

 

Das Spendenkonto der Haspa Hamburg Hamburg Stiftung IBAN: DE 89 20050550 1216180065, Stichwort Flüchtlingshilfe Region Niendorf. Bei Spenden über 200 Euro Anschrift für die Spendenquittung im Verwendungszweck angeben.

 

 

 

Ideen gesucht

 

Wer unterstützenswerte Projekte für Flüchtlinge in Niendorf, Lokstedt und Schnelsen kennt, kann diese mit einer E-Mail an redaktion@nie-wo.de unter dem Stichwort Flüchtlingshilfe kurz vorstellen und den benötigten Betrag nennen. Der Beirat wird dann über den Vorschlag abstimmen.

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