Dicht an dicht Die Konkurrenz um Parkplätze ist groß in der Süderfeldstraße Foto: cs

Albtraum vom Parken

Fraktionen starten neuen Versuch, Pilotprojekt in Lokstedt zu etablieren

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Für viele Lokstedter ist es ein Traum: Parkplatz suchen, Parkplatz finden, nach Hause gehen. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Sie kurven Runde um Runde um ihre Wohnung und finden in der Regel doch keine Abstellmöglichkeit in der Nähe.

 

Kein Wunder: Konkurrieren besonders Anwohner der Lotte-, Münsterfeld- und Süderfeldstraße sowie Buchenallee, Butenfeld und Lütt Süderfeld doch mit Besuchern und Mitarbeitern des nahegelegenen Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) um das ohnehin schon knapp bemessene Parkplatzangebot, weil diese das kostenpflichtige Parken auf dem Krankenhausgelände umgehen wollen. Der Bebauungsplan Lokstedt 62, der den Bau von 395 Wohnungen auf dem ehemaligen Wellmann-Gelände zwischen Süderfeld- und Lottestraße vorsieht, dürfte dieser  Parknot zusätzlichen Druck verleihen.

Ein Antrag der Fraktionen von SPD, Grünen und CDU sowie des Abgeordneten Lutz Schmidt (FDP) in der Bezirksversammlung Eimsbüttel soll Abhilfe schaffen. Über einen Zeitraum von zwei Jahren soll in besagtem Gebiet ein Pilotprojekt zum Bewohnerparken ins Leben gerufen werden. Bedeutet: Nach dem sogenannten „Mischprinzip mit Parkraumbewirtschaftung“ parken dann Anwohner dort kostenfrei, während Besucher Parkgebühren bezahlen müssen.


Nicht sinnvoll?

Interessant: Ein nahezu gleichlautender Antrag ist von der Bezirksversammlung bereits im Jahr 2012 einstimmig verabschiedet worden. Damals war das Projekt jedoch, bevor man näher ins Detail gehen konnte, sowohl von der Verkehrsdirektion als auch der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation „als nicht sinnvoll“ gekippt worden.

Begründung: In besagtem Quartier bestehe nicht nur eine Konkurrenzsituation zwischen Anwohnern und Fremdparkern, sondern auch unter den Bewohnern selbst, da insgesamt eine zu geringe Zahl an Parkplätzen zur Verfügung stehe.

An dieser Situation wird sich in den vergangenen drei Jahren kaum etwas verändert haben, wohl aber an der Politik auf Landesebene. Immerhin spielen die Themen Verkehr und Parken eine zentrale Rolle im Koalitionsvertrag der rot-grünen Regierung. Und dort heißt es: „Wir wollen, dass Parken wieder möglich wird und die verdichteten Quartiere an Attraktivität gewinnen. Wir weiten unser bereits erfolgreich etabliertes Parkraummanagement auf andere Gebiete aus. Dabei soll nach einer Beteiligung der Bürger und der Bezirksversammlungen entschieden werden, wo Bewohnerparken in den Quartieren eingeführt wird“. cs

 

Die Sitzung der Bezirksversammlung am morgigen Donnerstag, 17. Dezember, ist öffentlich und beginnt um 18 Uhr im Ferdinand-Streb-Saal des Bezirksamts Eimsbüttel, Grindelberg 62-66.

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