Nach einem Regentag steht derzeit das Wasser auf dem geplanten Baufeld am Hagendeel Foto: cs

Gewinner und Verlierer

Gericht gibt grünes Licht für Flüchtlingsunterkunft, kippt aber Erweiterung

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Es ist ein Urteil, das beide Seiten sowohl zu Gewinnern als auch Verlierern macht. Das Verwaltungsgericht Hamburg hat entschieden, dass die Stadt wie geplant eine Flüchtlingsunterkunft für 288 Schutzbedürftige auf dem Grundstück am Hagendeel 60  (Bauabschnitt A) errichten darf. Für die Erweiterung der Unterbringung um 250 Plätze auf dem Bauabschnitt B hat das Gericht hingegen einen Baustopp verhängt und folgte damit den Argumenten der Anwohner.

 

Wie berichtet, liegt der geplante Standort mitten im Überschwemmungsgebiet Kollau und soll durch die Aufschüttung des Areals vor Hochwasser geschützt werden. Anwohner befürchteten, dass ihre angrenzenden Grundstücke dadurch einem erhöhten Hochwasserrisiko ausgesetzt seien – und reichten Klage ein. Das Gericht sah dies jedoch im Bauabschnitt A vor dem Hintergrund des großen öffentlichen Interesses an einer schnellen Flüchtlingshilfe als zumutbar an.

Bei einer Aufschüttung beider Baufelder sei jedoch eine unzumutbare Verschärfung der Hochwassersituation nicht ausgeschlossen, heißt es weiter. Das öffentliche Interesse habe im Bauabschnitt B außerdem weniger Gewicht, da bislang weder ein Bauantrag vorliege noch ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung bestehe. Den zweiten Teil der Flüchtlingsunterkunft in Stelzbauweise, und somit ohne Auswirkung auf die Hochwassersituation, zu errichten, sei von dem Beschluss unbenommen.

Gegen das Urteil kann im Übrigen Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht eingelegt werden. „Wir sehen uns nun die Entscheidung genau an und prüfen, ob wir die Möglichkeit in Anspruch nehmen“, betont Kerstin Graupner vom Koordinierungsstab Flüchtlinge auf Anfrage des Niendorfer Wochenblatts. Auch die Mitglieder der Bürgerinitiative wollen das Papier zunächst eingehend analysieren bevor sie das weitere Vorgehen bekannt geben. Dennoch begrüße man schon jetzt den ersten Teilerfolg, verkündet der Zusammenschluss auf seiner Facebook-Seite. cs

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