Ihre Tage sind gezählt Die Jungliebstraße soll in Walter-Jungleib-Straße umbenannt werden Foto: cs

Umbenennung der Jungliebstraße

Da Behördenmühlen langsam mahlen soll zunächst eine Infotafel angebracht werden

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Er musste 1945 im Alter von zwölf Jahren sterben, weil die SS in den letzten Kriegstagen die Beweise für ihre Menschenexperimente beseitigen wollte. Erst jetzt, 70 Jahre später, konnte Walter Jungleib, bislang unter dem Namen W. Junglieb geführt, als 19. der insgesamt 20 Kinder vom Bullenhuser Damm identifiziert werden (wir berichteten).

Eine historische Erkenntnis, die auch für das Schnelsener Quartier Burgwedel Folgen hat. Dort tragen zahlreiche Straßen die Namen der jüdischen Kinder – darunter auch die Jungliebstraße. Dass diese nun folgerichtig in Walter-Jungleib-Straße umbenannt werden muss – darüber sind sich auch die Mitglieder des Regionalausschusses Lokstedt einig. Allerdings: So schnell wie Christian Samsche vom impulsgebenden Schnelsener Aktionskreis gehofft hatte geht es nicht. „Die Schwester von Walter Jungleib, Grete Hamburg, ist 85 Jahre alt, wohnt in Isreal und hat für nächstes Jahr ihr Kommen zur Gedenkfeier am 20. April in Burgwedel zugesagt. Da wäre es schön, wenn wir ihr das bereits geänderte Straßenschild präsentieren könnten.“ Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Schließlich ist eine Straßenumbenennung mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden. Auch Anwohner und ansässige Geschäfte müssten einen Haufen Bürokratie in Kauf nehmen. Immerhin: Der Vorschlag des Staatsarchivs, zeitnah eine kleine Infotafel an dem eigentlichen Straßenschild anzubringen und so über die Identität Walter Jungleibs aufzuklären, wurde von allen Fraktionen für gut befunden. Es wurde weiterer Beratungsbedarf angemeldet und so soll das Thema auf der letzten Regionalausschuss-Sitzung des Jahres am Montag, 14. Dezember, erneut auf der Tagesordnung stehen. cs

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