Schneller in Schnelsen

Im Jahr 2020 könnte die S-Bahn durch den Stadtteil fahren

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Noch tuckern hier Dieseltriebwagenzüge der AKN über die Schienen. Wenn es nach dem Willen der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein geht,  fährt zwischen Eidelstedt und Kaltenkirchen schon bald eine S-Bahn. Beteiligten Behörden und Unternehmen stellten die Pläne für Verlängerung der S21 vor.

 

Der Zeitplan: Die AKN, der das Schienennetz zwischen Eidelstedt und Kaltenkirchen gehört, will die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren bis Ende des Jahres einreichen. Mit dem Planfeststellungsbeschluss wird 2017 gerechnet. Der Spatenstich für die rund zweijährige Bauphase könnte dann 2018 erfolgen.

 

Die neue S21: Aktuell fährt die S21 von Aumühle über den Hauptbahnhof bis Elbgaustraße. Am Bahnhof Eidelstedt beginnt die AKN-Strecke. In Zukunft soll die S21 bis Kaltenkirchen durchfahren, das lästige Umsteigen soll entfallen. Auf Hamburger Gebiet sind die Haltestellen Eidelstedt, Eidelstedt-Zentrum, Hörgensweg, Schnelsen und Burgwedel betroffen.

 

Zweigleisiger Ausbau: Eingleisige Abschnitte sorgen derzeit für eine hohe Verspätungsanfälligkeit. Die neue S21 soll durchgängig zweigleisig fahren. Die bisher eingleisige Einfädelung in die S-Bahn-Gleise in Hamburg-Eidelstedt wird zweigleisig ausgebaut.

 

Elektrifizierung: Die dieselbetriebenen Wagen sind passé. Für die S21 soll die Strecke ab Eidelstedt-Zentrum mittels Oberleitungen elektrifiziert werden. Interessant: Für Aufstellung der Masten werden noch vier bis fünf private Grundstücke entlang der Bahntrasse benötigt.

 

Umbau der Bahnhöfe: Für einen barrierefreien Zugang werden alle Bahnsteige auf der Strecke erhöht. Weil zudem die neuen S-Bahn-Züge länger sind als die AKN-Wagen müssen alle Bahnsteige auf eine Länge von 138 Meter erweitert werden.

 

Die Züge: Eingesetzt werden Fahrzeuge der neuen Baureihe 490, die sich auf dem neusten Stand der Technik befinden. Die Fahrgasträume sind klimatisiert und mit Infomonitoren ausgestattet. Die dreiteiligen Züge haben eine Länge von 66 Meter, sind durchgängig begehbar und bieten jeweils 190 Fahrgästen Platz.

 

Planer auf dem Podium Bezirksamtsleiter Dr. Torsten Sevecke (v. li.), Wolfgang Seyb (AKN), Wolfgang Märtens (HVV), Martin Helm, Martin Clausing (beide BWVI) und Tilo Langpap (HVV) informierten über die Pläne zur S21 Foto: cs

Die Fahrzeit:  Pro Fahrt sollen bis zu fünf Minuten eingespart werden. Angestrebt wird zunächst ein 20-Minuten-Takt, im Berufsverkehr ein Zehn-Minuten-Takt (ab Quickborn).

 

Bedeutung für Schnelsen: Seit etlichen Jahren warten die Schnelsener auf ihren Bahnhof Schnelsen-Süd – und wurden immer wieder vertröstet. Nun soll die Haltestelle an der Halstenbeker Straße, die besonders den Schülern der Julius-Leber-Schule zugute käme, im Zuge der S21-Verlängerung endlich realisiert werden. Aber: Das Projekt ist noch nicht in trockenen Tüchern. Ob der Bahnhof auch ohne die S21 gebaut wird, steht in den Sternen. Fakt ist: Auch wenn alles nach Plan läuft, müssen sich die Bürger noch mindestens fünf Jahre gedulden.

 

Kritik: Eine Zunahme des Güterverkehrs auf der ausgebauten Strecke, wie ihn einige Bürger befürchteten, wird zwar nicht kategorisch ausgeschlossen, ist aber unwahrscheinlich. Die Forderung, im Zuge des S21-Ausbaus die Bahnübergänge in Schnelsen zu beseitigen, und so besonders auch den Rettungswagen des Albertinen-Krankenhauses im Notfall die lebenswichtige freie Fahrt zu gewähren, kann nach Angaben der Verantwortlichen aus Kostengründen nicht entsprochen werden. cs

            

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