Am Wehmerweg wurde eine Notunterkunft für den Bevölkerungsschutz eingerichtet Foto: cs

Notunterkunft für Notfälle

In Lokstedt können obdachlose Menschen für maximal 72 Stunden Zuflucht finden

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Seit Wochen brodelt die Gerüchteküche: Auf dem Betriebshof des Bezirks Eimsbüttel am Lokstedter Wehmerweg entstehe eine neue Flüchtlingsunterkunft. Klammheimlich wolle der Bezirk dort knapp 200 Personen unterbringen – ohne Anwohner und Nachbarn vorher darüber informiert zu haben.

 

Das Niendorfer Wochenblatt hat bei Bezirksamtsleiter Dr. Torsten Sevecke nachgehakt.Fakt ist: Der Bezirk hat am Wehmerweg Platz für 160 Menschen geschaffen, es gibt dort ebenso viele Feldbetten, abgetrennte Bereiche für Familien, sanitäre Anlagen, Waschmaschinen. Aber: „Dabei handelt es sich weder um eine Zentrale Erstaufnahme (ZEA) noch um eine Folgeunterbringung für Flüchtlinge“, betont Sevecke.

Vielmehr halte der Bezirk dort ab sofort eine Notunterkunft für den sogenannten Bevölkerungsschutz vor.

„Wir  sind als Bezirk zuständig für die Unterbringung von Menschen, die akut von Obdachlosigkeit bedroht sind“, erläutert er. Dies gelte auch, aber nicht nur, für den Strom der Flüchtlinge, sondern könne auch Eimsbütteler Bürger betreffen. Beispielsweise wenn ein Großfeuer ausbreche oder eine Bombe entschärft werden müsse.

Nicht längerfristig

Betreut wird die Notunterkunft im Fall der Fälle von den Mitarbeitern des Bezirksamts. „Es kann sein, dass wir noch Unterstützung vom Deutschen Roten Kreuz bekommen“, so Sevecke. Wichtig: Die Notunterkunft ist keine Dauerunterbringung wie es beispielsweise in der ehemaligen Tennishalle an der Papenreye in Niendorf der Falls ist. Im Gegenteil: Im Sinne des Bevölkerungsschutzes ist ausschließlich eine Unterbringung für jeweils 72 Stunden vorgesehen, danach muss eine andere Unterkunft gefunden worden sein.

Einen ähnlichen Fall hatte es bereits vor einigen Wochen gegeben, als 200 Flüchtlinge, die zuvor eine Nacht vor der Registrierungsstelle in Harburg unter freiem Himmel hatten schlafen müssen, für drei Tage im Eimsbütteler Hamburg-Haus am Doormannsweg untergebracht worden waren. Das Bezirksamt Eimsbüttel war damals nach Angaben Seveckes von der zuständigen Innenbehörde um Amtshilfe ersucht worden.

„Aufgrund der angespannten Flüchtlingssituation und des nicht endenden Zustroms ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das dies bald wieder der Fall sein wird. Jetzt sind wir darauf bestens vorbereitet!“, so der Bezirksamtschef. cs

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