Jetzt können sie auch in Trikots spielen Das Fußballtraining für Flüchtlinge und Lokstedter, organisiert von den Vereinen Herzliches Lokstedt und Eintracht LokstedtFoto: ar

Fußball macht aus Fremden Freunde!

Jeden Sonnabend spielen Lokstedter und Flüchtlinge gemeinsam an der Döhrntwiete

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Die Idee ist simpel – und bringt unglaublich viel. Einmal die Woche können Flüchtlinge, Neu- und Alt-Hamburger in Lokstedt  gemeinsam kicken. Eine Initiative mit viel Herz und Engagement von allen Seiten…

 

Er wollte einfach zu seinen neuen Nachbarn an der Lokstedter Höhe Kontakt aufnehmen. Daraus wurde ein ehrenamtliches Projekt, das zeigt: So herzlich ist Lokstedt! Denn nach dem ersten Besuch kam der Historiker Sebastian Dorsch immer wieder in die Wohnunterkunft für Flüchtlinge. „Ich traf viele interessante Menschen mit bewegenden Geschichten.“

Beim mitgegründeten Verein „Herzliches Lokstedt“ stieg er in das Fußball-Projekt ein – ein Projekt, das der Verein kurze Zeit vorher mit Eintracht Lokstedt angestoßen hatte. Seit dem Frühjahr können Erwachsene, Jugendliche und Kinder in Begleitung, Alt- und Neu-Hamburger jeden Sonnabend von 11.30 Uhr bis 13 Uhr auf dem Hockeyplatz an der Döhrntwiete kicken.

 „Wenn wir auf dem Platz stehen, sind wir nicht mehr der Professor, der Arbeiter oder der Flüchtling – dann sind wir alle einfach nur Fußballer und vergessen den Alltag“, erklärt Mit- Initiator Uwe Grieger, Jugendtrainer von Eintracht Lokstedt. Dazu wird auf dem Platz Fair Play gelebt.

Bislang hatten die Fußballer jedoch ein Problem: Sie kamen oft in Straßenkleidung. „Das wollten wir ändern“, sagt Gunnar Marquardt, 1. Vorsitzender von Eintracht Lokstedt. Und so wurden Sponsoren gesucht, Spenden gesammelt – und an diesem Sonnabend konnten Trikots und Fußballschuhe übergeben werden. „Wir stellen sie fürs Spiel zur Verfügung, sorgen dafür, dass danach immer alles gewaschen wird“, erklärt Jens Niemeyer, 2. Vorsitzender von Eintracht Lokstedt.

Für den Verein ist das Engagement Ehrensache. Und das hat sich rumgesprochen. „Zuerst kamen  Flüchtlinge vor allem von der Lokstedter Höhe, dann auch aus Niendorf oder von der Schnackenburgallee. Mittlerweile sind sogar aus Wilhelmsburg und Harburg Menschen dabei“, sagt Sebastian Hermanns, Student und Mit-Koordinator des Projekts. Und die ersten Kids haben sogar schon Plätze im Verein gefunden. Für Sebastian Dorsch ist das der beste Beweis: „Fußball baut Hemmschwellen ab, so lernen wir uns einfach kennen!“

Für weitere Projekte mitsamt Mitmachmöglichkeiten bei „Herzliches Lokstedt“ gibt es Informationen unter www.herzlicheslokstedt.hamburg ar

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