„Das KJT ist eine tolle Chance, in der Anonymität Unterstützung zu geben“, findet Nelly Kettner Foto: mf

Kinder- und Jugendtelefon wird 40

Nelly Kettner aus Lokstedt berät junge Anrufer anonym

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Seit 40 Jahren sind ehrenamtliche Berater des Kinder- und Jugendeltelefons Hamburg (KJT) für junge Anrufer mit Fragen und Problemen da.

 

Eine von ihnen ist Nelly Kettner (63) aus Lokstedt. Trauer um ein verstorbenes Haustier, Fragen rund um die Sexualität und körperliche Veränderungen in der Pubertät, Mobbing oder Online-Spielsucht – die Themen, die Kinder und Jugendliche beschäftigen, wenn sie die Nummer des KJT wählen, sind vielfältig.

„Nicht bewerten sondern wertschätzen, Interesse zeigen und den Anrufer stärken“, fasst Nelly Kettner ihre lösungsorientierte Gesprächsführung bei allen Anliegen zusammen. „Das gilt auch für den Jugendlichen, der aus Schuldgefühlen anruft, weil er oder sie jemanden gemobbt hat.“

Das rund 40köpfige Berater-Team des KJT im Hellkamp gehört zum Dachverband der „Nummer gegen Kummer“, die Anrufe kommen aus ganz Deutschland.

„Mir war es immer wichtig, Kinder und Jugendliche an den Stellen zu betreuen, an denen sie stolpern“, sagt Nelly Kettner, die 38 Jahre am Corvey Gymnasium unterrichtet hat. Nach einer sechsmonatigen Schulung ist sie seit einem Jahr als Beraterin tätig – und fühlt sich selbst gut betreut: „Wir werden über neue Themen auf dem Laufenden gehalten und treffen uns einmal monatlich mit dem Team-Leiter zum Austausch.“ Denn auch mit belastenden Themen wie Gewalt oder sexuellem Missbrauch werden die Berater konfrontiert. Die Scherzanrufe von kichernden Jungs und Mädchen, die hin und wieder eingehen, nimmt die erfahrene Lehrerin gelassen hin: „Vielleicht ist das der Beginn, das Angebot später einmal ernst zu nehmen.“ mf


Kinder- und Jugendtelefon der AG Kinder- und Jugendschutz Hamburg: 0800 111 03 33 (Mo. bis Sa. 14 bis 20 Uhr). Wer sich für ehrenamtliche Mitarbeit interessiert: E-Mail an kjt@ajs-hh.de

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