Von der Straße kaum zu erkennen Dieses Haus steht angeblich seit 15 Jahren leer Foto: cs

Seit 15 Jahren leer

Bezirksamt überprüft Leerstand eines Reihenhauses in Schnelsen

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In Hamburg wird so viel gebaut, wie schon lange nicht mehr. Dennoch ist vielerorts der Wohnraum knapp. Besonders im Bezirk Eimsbüttel ist die Nachfrage größer als das Angebot.

Leerstehende Wohnungen und Häuser wollen da nicht so recht ins Bild passen – und dennoch gibt es sie. So wie im Helvetierweg in Niendorf. Die einst schmucke Doppelhaushälfte ist hinter einer hohen Hecke verborgen. Beim Hinsehen fällt auf: Hier wurde lange nichts gemacht, das Dach wirkt morsch, alles ist von Moos überzogen. Kein Wunder: Seit rund 15 Jahren soll das Haus schon leer stehen, berichtet ein Leser. „Kann man nicht dagegen vorgehen?“ fragte er in einer Email an das Niendorfer Wochenblatt.

„Kann man“, sagt Dr. Elmar Schleif, Sprecher des Bezirksamts Eimsbüttel. Das zuständige Fachamt für Wohnraumschutz werde den Sachverhalt prüfen. Sollten keine nachvollziehbaren Gründe für den Leerstand vorliegen, könnte gemäß des Hamburgischen Wohnraumschutzgesetzes angeordnet werden, das Haus innerhalb von zwei Monaten wieder Wohnzwecken zuzuführen. Auch Flüchtlinge könnten dann dort untergebracht werden – zumindest in der Theorie.

Für zwei Objekte in Eimsbüttel sei von einer solchen Möglichkeit bereits Gebrauch gemacht worden, sagt Schleif. Allerdings sei eine Unterbringung in Wohnungen und Einfamilienhäusern aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen nicht mehr sinnvoll und weitaus größere Unterbringungsmöglichkeiten erforderlich, wie sie etwa aktuell am Flagentwiet in Schnelsen entstehen.

Wie viele Wohnungen derzeit im Bezirk Eimsbüttel leer stehen kann das  Fachamts für Wohnraumschutz nicht sagen. Die Dunkelziffer ist hoch, das Bezirks- amt dabei auf Anzeigen Dritter angewiesen. Auch dem Mieterverein zu Hamburg werden immer wieder leerstehende Wohnungen von Anwohnern gemeldet. Der Zusammenschluss geht derzeit von etwa 1500 leerstehenden Wohnungen in der Hansestadt aus. „Die Bezirke sind zwar aktiv, allerdings ist die Personaldecke nicht ausreichend, um alle Meldungen schnell und effektiv abzuarbeiten“, so Sprecherin Marielle Eifler.                   cs

 Leerstand melden

 Wohnungen, die länger als vier Monate leerstehen, können zur Überprüfung gemeldet werden beim Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt, Abteilung Wohnraumschutz, Grindelberg 62-66, Tel.: 42801 -3480 und -3466 oder E-Mail an Wohnraum 

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