Bei der Einweihung Die Restauratorin Angelika Fischer-Menshausen, Axel Streckwall (Schulverein), Schulleiter Alexander Reich, Susanne Teube (Schulverein), Rüdiger Kruse (CDU) und Silke Seif (CDU; v.li.) Foto: tif

Eine feierliche Einweihung mittendrin

Verkaufsoffener Sonntag mit Kunstmeile und der Enthüllung einer gelungenen Restauration

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Der Herbst zeigte sich auch in Schnelsen am Sonntag von seiner besten Seite, als die Grundschule Frohmestraße ihre restaurierten Wandgemälde einweihte und die Schnelsener den Start der diesjährigen Kunstmeile feierten.

 

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg funktionierten die Hamburger Schulen im Notbetrieb. Es gab keine Schulbücher: „Die waren zwar nicht alle verbrannt, aber womöglich brandgefährlich“, so der Bundestagsabgeordnete Rüdiger Kruse (CDU) bei der Einweihung der restaurierten Wandgemälde in der Grundschule Frohmestraße. Die lehrreichen Bilder sollten tatsächlich übergangsweise die unter ideologieverdacht stehenden Schulbücher aus der Nazizeit ersetzen. Die großflächigen Motive auf den 200 bis 250 Quadratmetern Flur- und Treppenhauswände thematisieren Szenen aus dem früheren Alltag von Fischerei über Hafen, bis zu Jagd, Dorf, Landwirtschaft und Walfang. Entstanden waren sie auf Initiative des zweiten Schulleiters nach dem Krieg, Dr. Carl Schietzel. Der ließ seinen guten Kontakt zu Fritz Beyle, dem Leiter der Malerschule in Altona, spielen. Dieser entsandte vier Meisterschüler, die 1947/48 die nun denkmalgeschützten Bilder schufen. Für die mittlerweile verstaubt und verwitterterten Bilder stellte der Bund 25 000 Euro für die Erneuerung zu Verfügung, die Restauratorin Angelika Fischer- Menshausen übernahm.

Künstlerische Arbeiten standen auch auf der gesamten Frohmestraße am Sonntag im Fokus. Denn nach dem gut besuchten Flohmarkt öffneten um 13 Uhr die Gewerbetreibenden ihre Geschäfte – und gaben mit der Präsentation von Werken regionaler Künstler den Startschuss zur diesjährigen Kunstmeile. Organisatorin Barbara Poser und die Mitglieder des „Herz von Schnelsen“ zeigen sich sehr zufrieden mit dem Eröffnungstag: „Das war wirklich ein rundum gelungener verkaufsoffener Sonntag.“ Die Kunstwerke können noch bis zum 12. Oktober in den Schaufenstern bestaunt werden. Und so lange läuft auch noch das dazugehörige Gewinnspiel mit den attraktiven Preisen, für das die Flyer in den Geschäften ausliegen.                       tif/moe

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