Diese Bäume müssen fallen

Im Bezirk Eimsbüttel geht es 68 Straßenbäumen an den Kragen

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Das Bezirksamt Eimsbüttel hat die Fällliste für Straßenbäume vorgelegt. In Lokstedt, Niendorf und Schnelsen sind insgesamt 40 Bäume vom Kahlschlag betroffen, 12 mehr als im Vorjahr. Nicht einmal die Hälfte davon wird nachgepflanzt.

 

Der Löwenanteil entfällt mit 27 Bäumen auf Niendorf, sechs davon allein im Ilsenburger Weg. In Lokstedt müssen sieben Bäume weichen, in Schnelsen sechs Exemplare. Darunter sind auch alte und stattliche Gewächse mit einem Umfang von 275 Zentimetern wie eine abgestorbene Eiche im Wagrierweg oder eine absterbende Rosskastanie am Lokstedter Steindamm 16.

Eimsbüttels Straßenbäume werden regelmäßig auf ihre Gesundheit und damit auch Standsicherheit kontrolliert. Kranke Bäume und solche, die eine Gefahr für Fußgänger oder motorisierte Verkehrsteilnehmer darstellen, kommen auf die Fällliste. Auch fehlentwickelte oder in ihrer Entwicklung behinderte Bäume müssen weichen, um einen gesunden und langlebigen Baumbestand zu erhalten. „Die Standorte bleiben, wenn sinnvoll, erhalten“, so das Bezirksamt. In Lokstedt, Niendorf und Schnelsen werden mit 15 Bäumen jedoch weniger als die Hälfte nachgepflanzt. Die Fällungen sollen in diesem Winter vorgenommen werden.

Private Fällungen

Nicht aufgeführt sind in der Fällliste jene Exemplare, die auf Privatgrundstücken gefällt werden. „Das ist für uns sehr ärgerlich, denn vermutlich verschwinden hier mehr Bäume als in der Fällliste der Straßenbäume“, kommentiert Dieter Siebeneicher vom Naturschutzbund Deutschland. „Nur in Einzelfällen und wenn ein neuer Bebauungsplan für ein Bauvorhaben erstellt wird, werden wir informiert und haben die Möglichkeit, den Baumbestand vor Ort zu prüfen.“ 

Bäume, die Bauvorhaben im Weg stehen, könnten laut Baugesetz aber dennoch gefällt werden. „Für uns ist das sehr frustrierend, denn selbst eine Ersatzpflanzung hat bei weitem nicht die ökologische Funktion eines alten Baumes. „Wir betrachten die Entwicklung des Grünverlustes in unserem Bezirk mit großer Sorge“, so Siebeneicher. Der NABU wird  anhand der Fälllisten „einige der benannten Bäume stichprobenartig in Augenschein nehmen und den angegebenen Fällgrund prüfen.“ Fällungen und Pflegeschnitte würden aus Siebeneichers Sicht aber schon aus Kostengründen nur durchgeführt, wenn sie unbedingt nötig sind. mf

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