Wie entwickelt sich der Wohnungsmarkt?

Unsere Makler wagen einen Ausblick für Niendorf, Schnelsen und Lokstedt

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Wohnen in der Großstadt, besonders in Hamburg liegt im Trend. Prognosen besagen, dass in 20 Jahren die Zwei-Millionen- Marke geknackt sein könnte.

 

Kein Wunder also, dass die Schaffung neuen Wohnraums eine Herzensangelegenheit von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) ist. Allerdings: „Der Wohnungsbau wird trotz der gestiegenen Bauaktivitäten die Nachfrage nach Immobilien zur Miete oder zum Eigentum voraussichtlich nicht decken“, heißt es im Marktbericht 2014 des Immobiliendienstleisters Grossmann & Berger.

„Auch Lokstedt und Niendorf haben sich in den vergangenen fünf bis sechs Jahren enorm entwickelt“, weiß Luis Santos,Vertriebsleiter des Niendorfer Grossmann&Berger-Shops am Tibarg. In beiden Stadtteilen sei die Nachfrage unverändert stark, so dass die Preise für Wohnungen, Häuser und Baugrundstücke weiter steigen würden.

Davon kann auch Peter Weyerstall, Geschäftsführer der Werner Eisele Haus- und Grundstücksmakler GmbH am Garstedter Weg, ein Lied singen. Allein auf  der Internetseite des Unternehmens sind derzeit 15 Kunden aufgeführt, die dringend eine Immobilie in besagten Stadtteilen suchen. Trotz des angespannten Marktes sei es wichtig, Objekte marktgerecht zu bewerten. Häuser in unmittelbarer Nähe des Flughafens müssten aufgrund des Fluglärms dementsprechend günstiger angeboten werden als Immobilien rund um das Niendorfer Gehege.

Der Wohnungsmarkt in Schnelsen ist nach Meinung der beiden Immobilienberater allerdings nicht mit dem in Niendorf und Lokstedt vergleichbar. „Die Preise für Wohnungen, Häuser und Grundstücke sind hier noch etwas günstiger aufgrund der schlechteren Anbindung an die Innenstadt“, berichtet Weyerstall. Zudem seien die Autobahn A7 und die anstehenden jahrelangen Bauarbeiten an Ausbau und Autobahndeckel für viele Kunden ein Hinderungsgrund, nach Schnelsen zu ziehen. „Ich wage allerdings die vorsichtige Prognose, dass sich dies zumindest in einigen Teilen Schnelsens nach der Fertigstellung des Autobahndeckels ändern könnte“, so Santos.

Ein wenig anders als seine Kollegen schätzt Jens-Uwe Maier, Geschäftsführer von Richard E. Maier Immobilien und Hausverwaltungen am Niendorfer Tibarg, die Situation ein. „Der Markt hat sich auf einem hohen Niveau eingependelt, größere Preissteigerungen sind, mit wenigen Ausnahmen im Bereich der Einfamilienhäuser und Neubaueigentumswohnungen, derzeit nicht in Sicht“, berichtet er. So hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte zuletzt bei den Bodenrichtwerten für Einfamilienhausbauplätze eine leicht rückläufige Tendenz unter anderem in Niendorf und Schnelsen festgestellt.

Als Grund für die aktuelle Marktberuhigung bei den Mieten nennt Maier neben den Auswirkungen der Mietpreisbremse die zunehmende Bautätigkeit in der Hansestadt. „Wohnungsbau ist der beste Mieterschutz“, so Maier. Allerdings käme der öffentlich geförderte Wohnungsbau nach wie vor zu kurz. Von der kürzlich flächendeckend in Hamburg in Kraft getretenen Mietpreisbremse profitierten in der Regel die Besserverdiener. Maier: „Auch wenn Vermieter ihre Wohnungen nun etwas günstiger anbieten müssen, werden sie dennoch den Mieter mit der besten Bonität aussuchen.“ cs

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