Über 110 Jahre alt ist die Mutzenbecher-Villa, die dringend eine Sanierung benötigt Foto: moe

Noch kein Vertrag

Schicksal der Mutzenbecher-Villa ist noch immer unklar

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Der Entstehungsprozess einer Begegnungs- und Bildungsstätte in der historischen Mutzenbecher Villa zieht sich weiter in die Länge.

 

Seit drei Jahren ist das Kooperations-Projekt im Niendorfer Gehege nun schon im Gespräch. Mehrfach hat das Niendorfer Wochenblatt über das geplante Nutzungskonzept berichtet, das der Verein „werte erleben“, Studenten der HafenCity-Universität und Schüler aus dem Stadtteil auf den Weg bringen wollen. So soll durch eigene Arbeit und mit Hilfe von Sponsoren die Mutzenbecher-Villa saniert und zu einem Lern- und Kulturhaus im Grünen für alle werden.


Gespräche stocken

Doch die Verhandlungen zur Art der Übergabe des um 1900 erbauten Gebäudes in die Hände der Akteure verlaufen auch weiter zäh. „Die SAGA hat das Haus an den Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) zurückgegeben und momentan stocken die Gespräche“, so Mit-Initiator Achim Reichel. Klar ist seit geraumer Zeit: Eine Anhandgabe seitens der Stadt wird es nicht geben.

Lückenhaftes Konzept?

Daniel Stricker, Pressesprecher der Hamburger Finanzbehörde, macht deutlich, dass ein Verkauf oder eine Erbbaurechtsbestellung keine Option seien. Die SAGA bleibe Verwalter der Immobilie und damit auch Ansprechpartner und biete einen langfristigen Mietvertrag über 30 Jahre  an ‑ bei minimaler Miethöhe und Übernahme aller Nebenkosten durch den Verein. Er kritisiert: „Nach wie vor liegt überhaupt von Seiten des Vereins kein belastbares Nutzungskonzept mit einer Wirtschaftlichkeitsberechnung vor. Ebenso wenig liegt, wenn man die niedrig kalkulierten Sanierungskosten zugrunde legen würde,  eine Finanzierung von 60 Prozent der geschätzten, notwendigen Summe vor. Belege fehlen bislang gänzlich.“

Diese Aussage kann Achim Reichel nicht nachvollziehen. „Für unser Konzept gab es Zustimmung auf vielen Ebenen und wir halten es für absolut belastbar“. Die Initiatoren werden mit ihren Unterstützern weiter für eine Umsetzung kämpfen. „Wir bleiben optimistisch und gehen davon aus, dass es zu einem positiven Ergebnis kommen wird.“ Immerhin könne das Niendorfer Projekt europaweit als Vorbild bei der Sanierung altehrwürdiger Gebäude dienen. moe

 

Offene Türen

 

Angebote in der Mutzenbecher-Villa, Bondenwald 110a, für alle Interessierten: Am Freitag, 11. September, stellen die Kooperationspartner ab 14 Uhr nochmals ihr Nutzungskonzept vor und am Sonntag, 13. September, gibt es zum Tag des offenen Denkmals um 11 Uhr und um 13 Uhr Führungen durchs Haus.

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