Immer gut gefüllt ist mittwochs der Abgabetisch in der Kleiderkammer, wo Cala Negra die Sachen begutachtet und vorsortiert Foto: moe

Riesige Spendenbereitschaft

Kleiderkammer in Niendorf braucht jede helfende Hand

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Wie hilfsbereit die Niendorfer, Lokstedter und Schnelsener die Flüchtlinge in den Stadtteilen empfangen zeigt sich im Keller am Tibarg 5.

 

Hier füllen die Stadtteilbewohner die Kleiderkammer mit gebrauchten Sachen und ordnen fleißige Ehrenamtliche den Fundus, damit er gut sortiert die Zentrale Erstaufnahmestelle (ZEA) in der Niendorfer Straße erreicht.

Seit Januar hat das Lager der Kleiderkammer am Tibarg 5 geöffnet. Helferin Christine Schmidt-Weikard nimmt sich dafür oft Zeit vor ihrem eigentlichen Job im Schichtdienst. „Meine Eltern waren selbst Flüchtlinge aus Mecklenburg und mussten bei Null neu anfangen“, erzählt sie. „Ich weiß, was Flucht bedeutet, und deshalb ist es mir ein Bedürfnis zu helfen“, so die Niendorferin.

Regelmäßig beim Sortieren dabei ist auch Cala Negra. „Ich bin Frührentnerin und kann nicht einfach still sitzen, wenn Hilfe gebraucht wird“, sagt sie.

Kleiderkammer- Leiter Berndt Wegner freut sich über jede helfende Hand. „Es wäre prima, wenn noch mehr Leute einfach für ein paar wenige Stunden mit anpacken könnten.“

Denn die Niendorfer sind so spendenfreudig, dass das Team beim Einräumen der Kleidung in den Kartons kaum hinterher kommt. Hilfreich wäre zum Beispiel, wenn die Sachen – wie auf vielen Flohmärkten üblich – schon nach Größen vorsortiert abgegeben werden.

Die hohe Spendenbereitschaft zeigt sich in dem Lager am Tibarg 5, wo sich die Kleidung türmt Foto: moe

In Kartons verpackt, werden sie dann in die ZEA gefahren. Gerade kommt Berndt Wegner von einer solchen Tour zurück. „Die Nachfrage nach Fahrrädern ist groß“, berichtet er. Nur einige wenige Modelle stehen bisher im Lager. „Aber wir brauchen mehr, besonders für Kinder.“ Cala weist darauf hin, dass die kommende Unterbringung am Tibarg eine Folgeunterkunft ist. „Und die Kinder dort werden ganz regulär in die Schulen gehen, brauchen dafür die Räder.“ Natürlich müssten diese aber technisch in Ordnung sein, denn eine Werkstatt gäbe nicht.

Viel Bedarf besteht auch bei Kinderwagen und Buggys sowie bei Männerkleidung – und zwar vor allem in den kleineren Größeren XS bis M. „Die erwachsenen Flüchtlingen sind nicht so kräftig gebaut“, erklärt die Helferin. Gut gefüllt ist der Vorrat bei Frauen- und Kinderkleidung. Aber niemand wird abgewiesen, der davon etwas bringen möchte – vor allem wärmende Kleidung, Gummistiefel, Regenschirme und Schulmaterialien zum Erlernen von Buchstaben und Zahlen sowie Stifte, Blöcke und Malutensilien sind gefragt. Nicht angenommen werden Möbel, Bettdecken, Kissen und Haushaltwaren. Ebenso weist das Team daraufhin, dass die Kleidung bitte ohne Bügel abgegeben werden. „Denn die werden nicht gebraucht und produzieren bei uns nur unnötig Plastikmüll.“ moe

Die hohe Spendenbereitschaft zeigt sich in dem Lager am Tibarg 5, wo sich die Kleidung türmt Foto: moe

Nützliche Infos

 

Die Kleiderkammer am Tibarg 5 ist über den Hinterhof zu erreichen. Die Abgabezeiten sind mittwochs 10 bis 12 und 17 bis 19 Uhr. Helfer können einfach vorbeikommen. Informationen dazu gibt es bei Nina Schrader via Mail niendorferstrasse@kirche-in-niendorf.de und bei Pastorin Maren Gottsmann per Telefon 320 91 868 oder via Mail gottsmann@kirche- in-niendorf.de.

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