Staugeplagt Der Hamburger Feuerwehr machen die vielen Baustellen auf der A7 zu schaffen Foto: pixelio.de/Bernd Bast

Kein Durchkommen

Baustellen auf der A7 sind für die Feuerwehr ein Problem

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Wenn es irgendwo brennt, dann hat die Rettung von Menschen für die Hamburger Feuerwehr oberste Priorität. Um lebensrettende Maßnahmen rechtzeitig einleiten zu können, sollten die Einsatzkräfte spätestens acht Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort eingetroffen sein.

So steht es zumindest in den sogenannten Schutzzielvorgaben. „Jede weitere Minute könnte im Ernstfall schwerwiegende Konsequenzen haben“, sagt Daniel Dahlke, Landesvorsitzender des Berufsverbands der Feuerwehr. Das Problem: Nach Schnelsen oder Niendorf brauchen die Einsatzkräfte der tagsüber zuständigen Feuerwache Stellingen – am Abend übernimmt die Freiwillige Feuerwehr – teils erheblich länger. Schon in einem vor fünf Jahren veröffentlichten Strategiepapier wird auf diesen Umstand hingewiesen. Nun, zu Zeiten von Brückensanierungen, A7-Ausbau und Arbeiten am Autobahnbahndeckel, hat sich die Situation noch einmal verschärft. Denn an der A7 führt auf dem Weg nach Niendorf oder Schnelsen kein Weg vorbei. Und: Stau ist Stau – da hilft auch kein Tatütata. „Zu einem Einsatz in einer Niendorfer Seniorenresidenz haben wir kürzlich elf Minuten gebraucht“, berichtet Dahlke. Es sei ein Routineeinsatz gewesen, keine Verletzten. „Es hätte aber auch ganz anders ausgehen können“, sagt Dahlke.

A7 nahe Stationierung

Der Berufsverband der Feuerwehr fordert daher, dass zumindest vorübergehend, für die Dauer der A7-Bauarbeiten, ein Löschfahrzeug in Niendorf oder Schnelsen stationiert werde. „Eine entsprechende Maßnahme wird aktuell geprüft, die Entscheidung steht allerdings noch aus“, bestätigt Michael Bauer vom Referat Ministerielle Aufgaben der Feuerwehr der Innenbehörde. Wie Bauer mitteilt, könnte das Löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr, das in Niendorf stationiert würde, von der Stellinger Wache abgezogen werden.

Am Basselweg sind aktuell noch zwei Löschfahrzeuge untergebracht. Allerdings, warnt Bauer, „die Verbesserung der Brandschutzsituation in Niendorf und Schnelsen würde so automatisch zu einer Verschlechterung in Stellingen führen.“

Noch in der Diskussion

Spekulationen, diese Entscheidung könnte gleichfalls einen Beschluss in Sachen Brandschutz A7-Deckel vorweg nehmen, weist Bauer entschieden zurück:  „Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun.“ Hintergrund: Wie der Brandschutz für den künftigen A7-Deckel einmal aussehen soll, wird derzeit noch diskutiert.

Ob eine moderne Sprühwassernebel-Löschanlage installiert oder aber bis zu drei Tunnelwachen gebaut werden, wie sie bereits am Elbtunnel gute Arbeit leisten, soll letztendlich  im Herbst die Bürgerschaft entscheiden.

Eine dieser drei Tunnelwachen würde dann wohl in Schnelsen entstehen, ist sich Dahlke sicher und verweist auf die Zielvorgabe von Innensenator Michael Neumann, in jedem Doppelhaushalt Geld für eine neue Feuerwache einzustellen. Zunächst müsse die in die Jahre gekommene Feuerwache in Finkenwerder auf Vordermann gebracht werden, dann stehe Schnelsen aber ohnehin als nächstes auf der „Warteliste“. Ein Umstand, der auch bei der Bezirksversammlung Eimsbüttel auf breite Zustimmung stößt. „Mittel- und langfristig sollte man im Blick haben, dass der Stadtteil Schnelsen in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist und noch weiter wachsen wird“, sagt Koorosh Armi, verkehrspolitischer Sprecher der SPD. „Eine neue Feuerwehrwache im Herzen von Schnelsen ist folgerichtig.“ cs  

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