Worte des Willkommens

Niendorfer informierten sich über Notunterkunft

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Ab dem 1. August soll der P&R-Platz Niendorf Markt zur Unterkunft für 112 Flüchtlinge umgebaut werden, erfuhren rund 300 Niendorfer am 22. Juli in der Verheißungskirche.

 

Teilweise sehr emotional und von Zwischenrufen unterbrochen verlief die Informationsveranstaltung zur neuen Flüchtlingsunterkunft in Niendorf. „Das hier ist nicht mehr Ausdruck einer Planung. Es ist ein Ausdruck von Not. Es geht darum, Obdachlosigkeit abzuwenden“, betonte Sevecke eindringlich. Der Bezirk Eimsbüttel habe die geringste Flüchtlings-Quote in Hamburg. Angesichts der dramatisch steigenden Zahlen – allein im ersten Halbjahr 2015 kamen 12 000 Menschen – sei jeder Bezirk vom Senat aufgefordert, alle befestigten Flächen zu benennen. „Der P & R Platz hat die Vorteile, dass er Eigentum der Stadt ist, einen festen Untergrund hat, schnell bebaubar ist und eine gute Verkehrsanbindung an den öffentlichen Nahverkehr hat“, begründetet Heie Kettner von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) die Wahl. Vier zweistöckige Container für je 14 Bewohner sollen aufgestellt werden, hinzu kommen zwei Sanitär- und ein Küchencontainer.

Schülersprecherin Dorothea Busse der Stadtteil-Schule Niendorf möchte die Flüchtlinge unterstützen Foto: mf

Beate Schmid-Janssen von fördern und wohnen und appellierte an besorgte Nachbarn, direkt mit ihr und ihren Kollegen ins Gespräch zu kommen. Eine steigende Kriminalität sei an keinem der Standorte zu beobachten, beruhigte Kettner. „Die Flüchtlinge am Tibarg sind uns willkommen“, betonte Quartiersmanagerin Nina Häder, bat aber auch dringend darum, die Sorgen und Ängste der Gewerbetreibenden ernst zu nehmen. Einen kurzfristigen Termin, insbesondere für die Suche alternativer Parkplätze, sagte Sevecke zu.

Engagierte Freiwillige

Eine beispiellose Willkommenskultur wird im Stadtteil bereits von den 150 Ehrenamtlichen der Initiative Wir für Niendorf gepflegt: „Wir werden auch die neue Unterkunft unterstützen“, versprach Nina Schrader. Ob die Flüchtlinge Monate oder Jahre am Tibarg bleiben, ob angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen auch Grünflächen und Sportplätze belegt werden müssen und ob der aufgrund des Fluglärms verworfene Standort am Vogt-Cordes-Damm doch noch realisiert wird – viele Fragen musste Sevecke offen lassen. Die Mehrheit der anwesenden Niendorfer signalisierte aber deutlich ihre Unterstützung für die Flüchtlinge. mf

 

 

Wir für Niendorf

 

Die Initiative Wir für Niendorf lädt am Mittwoch, 9. September, um 19 Uhr zu einer Informationsveranstaltung Verheißungskirche, Sachsenweg 2 ein. Informationen bei Pastorin Maren Gottsmann und Nina Schrader unter fluechtlingsarbeit@kirche-in-niendorf.de und auf www.kirche-in-niendorf.de. Ansprechpartnerin für professionelle und ehrenamtliche Unterstützer im Bezirks-amt Eimsbüttel ist Barbara Strauß, Tel.: 42801 2279.

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