„Lokstedter Bienengold“ produziert die Lokstedterin Simone Hentze-Orlikowski (li.) mit Tochter Tabea Fotos: mf

Auf die Biene gekommen

Hobby-Imkerei im Lokstedter Garten

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„Eigener Honig schmeckt viel leckerer“, freut sich Tabea Hentze-Orlikowski. Vor vier Jahren ist die Familie der 12-jährigen Lokstedterin unter die Imker gegangen.

 

Das umweltfreundliche Hobby boomt. Vor fünf Jahren hatte der Imkerverein Rechtes Alsterufer noch 52 Mitglieder, heute sind es 120. „Es gibt gerade ein Umdenken. Albert Einstein sagte ja, dass der Mensch nur noch vier Jahre zu leben hat, wenn die Biene ausstirbt. Der Bevölkerung wird wieder bewusst, wie wichtig die Biene ist“, beobachtet der erste Vorsitzende Hans-Peter Lucht, der seit 27 Jahren imkert. „Der Altersdurchschnitt ist gesunken und es interessieren sich auffällig viele Frauen fürs Imkern.“ So wie Tabea und ihre Mutter Simone, die sieben Bienenvölker im Garten haben und einmal im Jahr den eigenen Honig „Lokstedter Bienengold“ imkern. Sie sind Mitglieder im Verein von Hans-Peter Lucht, der überzeugt ist: „Jeder kann Imkern. Man sollte aber einen Imker-Lehrgang absolvieren.“

Sachkunde ist wichtig

Das sieht auch Marianne Pfeil-Warnke, Leiterin der Veterinärstelle im Bezirksamt Eimsbüttel so: „Es handelt sich um Lebewesen, deshalb ist Sachkunde wichtig. Man muss wissen, wann man den Honig nehmen darf und wann man die Bienen ruhen lassen muss.“ Viel falsch machen könne man aber nicht: „Die Bienenstände geben eine artgerechte Haltung vor.“  Imker Lucht rät allerdings von Bienen-Kisten auf dem Balkon ab: „Man sollte einen nicht ganz winzigen Garten haben.“ Das Besondere am Stadt-Honig ist die Blüten-Vielfalt, welche die Bienen hier gegenüber den Monokulturen auf dem Land vorfinden. Vor Bienenstichen müsse man sich nicht fürchten: „Die Bienen sind friedlich und kommen nicht von selber. Ansonsten gilt, was auch bei fremden Hunden gilt: Nicht ärgern und Abstand halten“, so Lucht. mf

 

Imker werden

 

Wer imkern möchte, kann ein Bienenvolk für 130 bis 150 Euro beim Imker kaufen und muss dieses bei der Veterinärstelle des Bezirks Eimsbüttel melden. 80 Bienenhalter und 238 Bienenvölker waren dort Anfang des Jahres gemeldet. Der nächste Imker-Lehrgang im Verein Rechtes Alsterufer beginnt im April 2016. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.imkerverein- rechtes-alsterufer.de. 

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