S-Bahn für Schnelsen

S21-Verlängerung soll AKN ersetzen

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Auch unter der neuen Rot-Grün-Koalition in Hamburg hat die Verlängerung der S-Bahn-Line 21  von Eidelstedt nach Kaltenkirchen Priorität.

 

Das haben die beiden Mehrheitsparteien jüngst in der Hamburger Bürgerschaft mit einem gemeinsamen Antrag bekräftigt. Das Projekt solle zügig angepackt werden, so der Tenor. Außerdem sollen die AKN-Beschäftigten eine langfristige Jobperspektive erhalten.

Medienberichte, die S21-Verlängerung nach Kaltenkirchen könne auf der Kippe stehen, weist Susanne Meinecke, Sprecherin der Verkehrsbehörde, auf Anfrage des Niendorfer Wochenblattes entschieden zurück. Der nach dem Verfahren der „Standardisierten Bewertung“ ermittelte rechnerische Nutzen sei noch immer um zwölf Prozent höher als die Kosten – dies sei auch die gesetzliche Grundlage dafür, um Bundesmittel einwerben zu können. „Im Übrigen ist die S-Bahn ein Großprojekt, dessen Nutzen weit in die kommenden Jahrzehnte ausstrahlt“, so Meinecke weiter.

Attraktivitäts-Gewinn

So sieht es auch Koorosh Armi, der für die SPD im Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Eimsbüttel sitzt und als Schnelsener besonders auch um die Vorteile für seinen Stadtteil weiß. „Im Zuge der S21-Verlängerung nach Kaltenkirchen soll auch endlich die geplante Haltestelle Schnelsen-Süd an der Halstenbeker Straße realisiert werden“, berichtet Armi. Auf diese Art und Weise wäre der Schnelsener Westen nicht länger abgeschottet und damit wichtige Akteure des Stadtteils, wie zum Beispiel das Albertinen-Krankenhaus und die Julius-Leber-Schule, bestens an den ÖPNV angebunden. Armi: „Schnelsen wird deutlich an Attraktivität gewinnen.“

Hintergrund: Die Bahnlinie zwischen Eidelstedt und Kaltenkirchen verbindet Schleswig-Holstein und die nördlichen Randgebiete Hamburgs mit dem Zentrum der Hansestadt. Noch tuckert hier die dieselbetriebene AKN über die Gleise, doch das soll sich nach Willen der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg schon bald ändern. Durch die Verlängerung der Hamburger S-Bahnlinie S21 bis Kaltenkirchen soll eine durchgehende, umsteigfreie Bahnverbindung in die Hamburger City im 20-Minuten-Takt geschaffen werden – sehr zur Freude gestresster Berufspendler, deren Nerven durch den A7-Ausbau und Schnelsener Autobahndeckel derzeit arg in Mitleidenschaft gezogen werden. Das Ziel: Möglichst viele Autofahrer dazu zu bewegen, auf die Schiene umzusteigen und so Umwelt und Straße zu entlasten.

Die endgültige Entscheidung für die S21-Verlängerung bis Kaltenkirchen soll im Laufe des Jahres 2017 fallen. Ab 2020 könnte die neue, alte S-Bahn dann auch durch Schnelsen rollen.        cs

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