Gegen das Vergessen Abiturientin Cindy Scharf und ihre Klassenkameraden lassen Schatten sprechen Foto: privat

Gedenken in moderner Sprache

Schatten-Kunstprojekt am Bullenhuser Damm

Archiv| Views: 120


Mit einer Kunst-Installation gedenken Niendorfer Schüler dem Schicksal der Kinder vom Bullenhuser Damm und lassen Schatten sprechen.

 

20 jüdische Kinder, deren Namen viele Straßen in Burgwedel tragen, wurden am 20. April 1945 in einem Schulgebäude am Bullenhuser Damm (Rothenburgsort) von der SS ermordet.  Heute ist der Ort des Verbrechens eine Stätte der Mahnung und der Auseinandersetzung mit den dramatischen Ereignissen von damals. So lädt die KZ-Gedenkstätte Neuengamme regelmäßig Jugendliche ein, sich intensiv mit dem Ort und der Bedeutung von Gedenken auseinanderzusetzen.

Jetzt nahm sich die 13. Klasse  des Beruflichen Gymnasiums Pädagogik-Psychologie der Niendorfer Anna-Warburg-Schule des Themas an. Integriert in den Politikunterricht, besuchten die Schüler den Bullenhuser Damm, beschäftigten sich mit den Vorfällen und erarbeiteten ein Kunstprojekt. Obwohl sie teilweise noch mitten in den Abitur-Prüfungen steckten, nahmen sie sich Zeit für das Vorhaben. Vor allem die Frage nach der Schuld beschäftigte die jungen Leute. „Dass einige Mittäter nie wirklich verurteilt wurden, hat sie fassungslos gemacht“, so Lehrerin Susanne Weiße. Mit ihrer Installationsidee „Beleuchtung des Schattens“ lassen sie nun Symbole für ihre Gedanken sprechen. Dafür werfen sie mit Hilfe von Lichtquellen Schatten an die Wände der Verbrechens-Räume, symbolisieren sowohl Täter als auch Opfer. „Schatten sind leicht vergänglich und nicht für die Ewigkeit. Aber dennoch hinterlassen Menschen Spuren“, erklären die Schüler. Ihr Kunstprojekt kann sonntags von 10 bis 17 Uhr am Bullenhuser Damm 92 besucht werden.   moe

Comments are closed.