Anna Gallina kürzlich zur Landesvorsitzenden gewählt, ist auch im Familien-, Kinder- und Jugendausschuss aktiv Foto: Grüne

„Im Plenarsaal bin ich schon zuhause“

100 Tage in der Hamburger Bürgerschaft: Im letzten Teil der Serie berichtet Anna Gallina (Grüne) über ihre Erfahrungen

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Seit knapp vier Monaten führen die Niendorfer Carsten Ovens und Marc Schemmel sowie Anna Gallina ein neues Leben: das eines Angeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft. Im Interview mit Wochenblatt-Redakteurin Christina Sluga erzählen sie, wie sie sich im neuen Leben zurechtfinden und was sie bewegen wollen. Heute lesen Sie den dritten und letzten Teil unserer kleinen Serie: Anna Gallina.

 

Niendorfer Wochenblatt: Vier Monate sind rum – haben Sie sich im Rathaus bereits gut eingelebt?

Anna Gallina: Im Plenarsaal bin ich schon ganz zuhause. Zwei Reden habe ich schon in der Aktuellen Stunde gehalten, zum antiquierten CDU-Betreuungsgeld und zum Kita-Streik. Ich habe aber auch schon eine Schulklasse aus Lohbrügge ins Rathaus eingeladen und mit ihr die erste Führung mitgemacht. Was da an historischen und kunstgeschichtlichen Geheimnissen in diesem Bauwerk steckt, werde ich noch lange  erforschen.

 

NW: Was hat Sie bislang am meisten an der Parlamentsarbeit überrascht – positiv wie negativ?

Gallina: Negativ: die AFD. Mit welcher Dreistigkeit, Ahnungslosigkeit und Menschenverachtung diese Kollegen auftreten, ist kaum zu ertragen.

Positiv: die durchmischte Sitzordnung. Durch die uralten, fest installierten Bänke der Parlamentarier sitzt man nicht so feinsäuberlich getrennt nach Fraktionen.

 

NW: Gibt es etwas, auf das Sie besonders stolz sind?

Gallina: Ich bin stolz, einem Parlament anzugehören, das einem Hetzer wie Herrn Nockemann einen Platz in der Härtefallkommission verwehrt, wo es darum geht, Flüchtlingen Menschlichkeit zu erweisen. Und ich bin stolz, dass bei den Grünen die Hälfte der Abgeordneten Frauen sind, weil die so quotierte Fraktion immer noch etwas Besonderes ist.

 

NW: Was haben Sie sich für die restliche Legislaturperiode noch vorgenommen?

Gallina: Der Kita-Streik ist vorerst ausgesetzt, mir ist es aber besonders wichtig, die Qualität der Betreuung zu verbessern, Erzieher mehr Zeit zur Vor- und Nachbereitung ihrer Arbeit und für Krankheitsvertretung zu geben. Außerdem ist es mir ein Anliegen, Kinder und Jugendliche vor Misshandlung zu schützen, dazu gehören arbeitsfähige und professionelle Jugendämter, die auch auf die Einrichtungen ein Auge haben, die schutzbedürftige Kinder aufnehmen.

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