Zwischen Deutschland und Afrika

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Sam Bomboma ist das, was man im besten Sinne als Tausendsassa bezeichnen kann. Er arbeitet in einer Lokstedter Autowerkstatt, betreibt eine Modeboutique in Altona, engagiert sich in der IG „Große Bergstraße“ und hat einen Verein gegründet, der jungen Menschen in seiner Heimatstadt Lomé eine Schul- und Berufsausbildung sichern soll. Zweimal im Jahr fliegt er nach Togo, um das Projekt vor Ort weiter zu entwickeln.

 

Seine gute Laune und seine Gelassenheit hat er sich trotz der vielen Verpflichtungen bewahrt. „Ich mag mein Leben“, lächelt der 35-jährige. „Ich wohne in einer tollen Stadt und habe viele nette Menschen kennengelernt, die mich und meine Arbeit unterstützen!“

Das war jedoch nicht immer so. Als Kind wuchs Bomboma in armen Verhältnissen auf. Die Schule musste er frühzeitig abbrechen, um Geld zu verdienen. „Schon mit 15 Jahren bin ich als LKW-Beifahrer durch Westafrika gefahren“, berichtet der Togolese. Aus politischen Gründen kam er 2002 als Asylbewerber nach Deutschland und lebte drei Jahre in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. An diese Zeit denkt er nicht gerne zurück. Mit rassistischen Anfeindungen konfrontiert, in einem Zimmer mit fünf Mitbewohnern lebend, mit 40 Euro Taschengeld „versorgt“ und mit der Auflage konfrontiert, den Ort nicht zu verlassen, war es selbst für eine Frohnatur wie Sam Bomboma schwer, den Mut und den Optimismus nicht zu verlieren.


Ein gutes Gefühl geben

„Abgehakt“, sagt er heute. Sein neues Leben begann endlich, als er 2005 eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis bekam. Sam Bomboma zog nach Hamburg, arbeitete als Lagerist im Hafen und lernte 2007 seine Freundin Birgit Rohde kennen, mit der er ein Jahr später den Modeladen „Marose“ eröffnete. „Der Name bedeutet so viel wie ‚Anderen ein gutes Gefühl geben‘. Und genau das ist es, was wir unseren Kunden vermitteln möchten!“ Angeboten werden handverlesene Mode, Schuhe und Accessoires für Frauen. Parallel dazu arbeitet der umtriebige Unternehmer als Saisonkraft in der Werkstatt der Geisenhof GmbH, die im Offakamp auch ein Autohaus betreibt. Zusammen mit dem befreundeten Besitzer will er sein nächstes Projekt in Lomé realisieren: eine Autowerkstatt eröffnen, in der Jugendliche handwerkliche Fähigkeiten erlernen können. Für junge Frauen betreibt sein Verein bereits eine Schneiderei, in der die Mädchen eine dreijährige Lehre durchlaufen. Dabei stellen sie unter anderem Kissen her, die das Online-Möbelunternehmen „Fashion For Home“ exklusiv auf seiner Website verkauft. „Wir freuen uns immer über Unterstützer und Förderer, die uns auch gerne auf einer Reise nach Togo begleiten können“, wirbt Bomboma. Und was ist sein Erfolgsrezept für eine erfolgreiche Integration? „Flexibel und kreativ sein, die Sprache lernen, Kontakte zu Deutschen knüpfen und Hilfe annehmen, wenn sie angeboten wird!“ löv

 

Theresa Bomboma Projekt e.V., Tel. 43263050, E-Mail: marose.hamburg@web.de

 

Kissen im Internet unter www.fashionforhome.de/afrique-mon-amour

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Zwischen Deutschland und Afrika

Sam Bomboma: Vom Asylbewerber zum Unternehmer

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Sam Bomboma ist das, was man im besten Sinne als Tausendsassa bezeichnen kann. Er arbeitet in einer Lokstedter Autowerkstatt, betreibt eine Modeboutique in Altona, engagiert sich in der IG „Große Bergstraße“ und hat einen Verein gegründet, der jungen Menschen in seiner Heimatstadt Lomé eine Schul- und Berufsausbildung sichern soll. Zweimal im Jahr fliegt er nach Togo, um das Projekt vor Ort weiter zu entwickeln.

 

Seine gute Laune und seine Gelassenheit hat er sich trotz der vielen Verpflichtungen bewahrt. „Ich mag mein Leben“, lächelt der 35-jährige. „Ich wohne in einer tollen Stadt und habe viele nette Menschen kennengelernt, die mich und meine Arbeit unterstützen!“

Das war jedoch nicht immer so. Als Kind wuchs Bomboma in armen Verhältnissen auf. Die Schule musste er frühzeitig abbrechen, um Geld zu verdienen. „Schon mit 15 Jahren bin ich als LKW-Beifahrer durch Westafrika gefahren“, berichtet der Togolese. Aus politischen Gründen kam er 2002 als Asylbewerber nach Deutschland und lebte drei Jahre in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. An diese Zeit denkt er nicht gerne zurück. Mit rassistischen Anfeindungen konfrontiert, in einem Zimmer mit fünf Mitbewohnern lebend, mit 40 Euro Taschengeld „versorgt“ und mit der Auflage konfrontiert, den Ort nicht zu verlassen, war es selbst für eine Frohnatur wie Sam Bomboma schwer, den Mut und den Optimismus nicht zu verlieren.


Ein gutes Gefühl geben

„Abgehakt“, sagt er heute. Sein neues Leben begann endlich, als er 2005 eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis bekam. Sam Bomboma zog nach Hamburg, arbeitete als Lagerist im Hafen und lernte 2007 seine Freundin Birgit Rohde kennen, mit der er ein Jahr später den Modeladen „Marose“ eröffnete. „Der Name bedeutet so viel wie ‚Anderen ein gutes Gefühl geben‘. Und genau das ist es, was wir unseren Kunden vermitteln möchten!“ Angeboten werden handverlesene Mode, Schuhe und Accessoires für Frauen. Parallel dazu arbeitet der umtriebige Unternehmer als Saisonkraft in der Werkstatt der Geisenhof GmbH, die im Offakamp auch ein Autohaus betreibt. Zusammen mit dem befreundeten Besitzer will er sein nächstes Projekt in Lomé realisieren: eine Autowerkstatt eröffnen, in der Jugendliche handwerkliche Fähigkeiten erlernen können. Für junge Frauen betreibt sein Verein bereits eine Schneiderei, in der die Mädchen eine dreijährige Lehre durchlaufen. Dabei stellen sie unter anderem Kissen her, die das Online-Möbelunternehmen „Fashion For Home“ exklusiv auf seiner Website verkauft. „Wir freuen uns immer über Unterstützer und Förderer, die uns auch gerne auf einer Reise nach Togo begleiten können“, wirbt Bomboma. Und was ist sein Erfolgsrezept für eine erfolgreiche Integration? „Flexibel und kreativ sein, die Sprache lernen, Kontakte zu Deutschen knüpfen und Hilfe annehmen, wenn sie angeboten wird!“ löv

 

Theresa Bomboma Projekt e.V., Tel. 43263050, E-Mail: marose.hamburg@web.de

 

Kissen im Internet unter www.fashionforhome.de/afrique-mon-amour

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