Hochwasserschutz im Bereich der Kollau ist derzeit Dauerthema in verschiedenen Ausschüssen Foto: cs

Ausschuss macht Druck beim Hochwasserschutz

Etliche Maßnahmen sollen zügig umgesetzt werden

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Dauerbrenner Hagendeel: Auch wenn das Gros der Anwohner dieses Mal auf einen Besuch der öffentlichen Sitzung verzichtet hatte, so standen für die Mitglieder des Regionalausschusses gleich drei Anträge zum Thema zur Abstimmung.

 

Dass dabei beide Anträge der CDU, die sich mit möglichen Korrekturen zum Überschwemmungsgebiet Kollau und mit der Nachnutzung der Flächen am Hagendeel beschäftigen, abgelehnt, der gemeinsame Antrag von SPD und Grünen aber durchgewunken wurde, liegt sicherlich in der Natur der Sache, bzw. der vorherrschenden Mehrheitsverhältnisse. Nichtsdestoweniger stimmten alle Fraktionen des Regionalausschusses dafür, „den Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der Kollau zu verbessern“. Denn, so Christdemokratin Silke Seif in Richtung Rot-Grün, „ihre Forderungen sind eigentlich eine Selbstverständlichkeit.“

In der Tat setzen sich SPD und Grüne für die schnelle Umsetzung bereits angekündigter konkreter Maßnahmen zum Hochwasserschutz an der Kollau rund um die Straßen Hagendeel und Wehmerweg ein. Dabei geht es vor allem um den Neubau eines Rückhaltebeckens Mühlenau am Farnhornstieg, die Höhersetzung einer Trumme im Bereich Wullwisch, die Verbesserung des Strömungsquerschnitts unter der Brücke Niendorfer Straße, die Grundinstandsetzung der Alten Kollau von Wehmerweg bis Niendorfer Straße sowie die Anlegung einer kontinuierlichen Pegelmessung in Höhe des Wehmerwegs.

Zu einem wirksamen Hochwasserschutz gehöre auch, dem Hochwasser bereits dort entgegenzutreten, wo es entsteht. Aus diesem Grund sollen zudem die Möglichkeiten einer dezentralen Zurückhaltung auf den Gewerbeflächen im Bereich Eidelstedt geprüft und auch mit dem Nachbarbezirk Altona über Hochwasserschutzflächen im Bereich Arenen und Farnhornstieg gesprochen werden, damit das dortige Wasser nicht länger ungehindert Richtung Lokstedt fließe.

Kritik der Opposition

Auch wenn die rot-grünen Forderungen von CDU und Linken mitgetragen werden, Kritik am Vorgehen der Mehrheitsparteien hagelte es dennoch. „Im Gegensatz zu den beiden Anträgen der CDU, fehlt ihrem Antrag komplett, dass festgelegt wird, dass am Hagendeel 60 (Anm. d. Red.: dort, soll ein Flüchtlingsheim für mehrere 100 Personen gebaut werden) nichts geschieht, bis die wasserrechtliche Situation endgültig geklärt ist“, so Zaklin Nastic (Die Linken).

Nichtsdestoweniger haben die Sozialdemokraten die Diskussion im Regionalausschuss offensichtlich zum Anlass genommen, der zuständigen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) bei der Überprüfung der Berechnung des geplanten Überschwemmungsgebietes (wir berichteten) auf die Finger zu schauen.  So hat die SPD der BSU jüngst einen umfangreichen Fragenkatalog übermittelt, mit dem sie unter anderem herausfinden will, mit welcher Methode das Überschwemmungsgebiet berechnet wurde und  ob die für den Bau des geplanten Flüchtlingsheims benötigte Aufschüttung im Hagendeel 60 dabei beachtet wurde. cs

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