Für die CDU im Parlament Carsten Ovens betreut die Themen Wissenschaft und digitale Wirtschaft Foto: privat

„Fehler aufzudecken ist meine Aufgabe“

Die ersten 100 Tage in der Hamburger Bürgerschaft: Carsten Ovens (CDU) im Interview

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Seit knapp vier Monaten führen die Niendorfer Carsten Ovens (CDU) und Marc Schemmel (SPD) sowie Anna Gallina (Grüne) ein neues Leben: das eines Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft.  Im Interview mit Wochenblatt-Redakteurin Christina Sluga erzählen sie, wie sie sich im neuen Leben zurechtfinden und was sie bewegen wollen. Heute lesen Sie den ersten Teil unserer kleinen Serie: Carsten Ovens (CDU).

 

Niendorfer Wochenblatt: Vier Monate sind rum – haben Sie sich im Rathaus bereits gut eingelebt?

Carsten Ovens: Nach der Wahl ging alles recht zügig: die Fraktion hat sich gefunden und ich darf neben meinem Wahlkreis die fachlichen Themen Wissenschaft und digitale Wirtschaft betreuen. Der Vorteil einer etwas kleineren Fraktion: als Neuling im Parlament ist man sofort eingebunden und fristet deshalb kein Dasein als Hinterbänkler.

 

NW: Was hat Sie bislang am meisten an der Parlamentsarbeit überrascht – positiv wie negativ?

Ovens: Positiv: Trotz schlechtem Wahlergebnis fand die neue Fraktion sehr schnell zueinander und sieht sich als Team, arbeitet eng zusammen. Negativ: Die krassen Anfeindungen gegen meine Kollegin Karin Prien, nachdem sie eine gute Idee in Sachen Flüchtlingsunterbringung zur Diskussion gestellt hatte. Es ist erschreckend, wie schnell man als Parlamentarier ins Kreuzfeuer von Menschen mit extremen Vorstellungen kommen kann.  (Anm. d. Red: Prien hatte im Hamburger Abendblatt für eine private Unterbringung von Flüchtlingen bei hilfsbereiten Bürgern plädiert)

 

NW: Gibt es etwas, auf das Sie besonders stolz sind?

Ovens: Stolz ist vielleicht nicht das passende Wort. Ich bin sehr dankbar für die breite Unterstützung der Bürger aus den Stadtteilen Lokstedt, Niendorf und Schnelsen. Gewählt werden ist eine Sache, nun gilt es, das erarbeitete Vertrauen zu halten und auszubauen.

 

NW: Was haben Sie sich für die restliche Legislaturperiode noch vorgenommen?

Ovens: Sehr viel. Der alte Senat hat an vielen Stellen nicht ordentlich regiert und der neue rot-grüne Senat macht es nicht besser. Es ist meine Aufgabe als Opposition, Fehler aufzudecken und bessere Lösungen anzubieten. Ob Überschwemmungsgebiet, A7-Deckel oder Zentrumsplanung: der Senat kümmert sich nicht um die Sorgen der Bürger, die Wahlkreisabgeordneten der Regierungsfraktionen sind kaum sichtbar. Der neuen Regierung fehlt es auch an Fachkompetenz in den Bereichen Wissenschaft und Wirtschaft. Dabei brauchen wir gerade hier Konzepte für die kommenden Jahrzehnte. Hamburgs Wohlstand wurde von den Bürgern hart erarbeitet. Wollen wir diesen lebenswerten Zustand erhalten, muss Politik die richtigen Weichen stellen.     cs

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