Setzten sich intensiv mit dem Thema Widerstand auseinander: Lehrer Thomas Ruten (Mitte) und seine Schüler Foto: mf

Gedenken heißt nicht schweigen

Schüler des Gymnasiums Ohmoor erinnern an NS-Widerstandskämpfer

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„Lasst uns stille Helden sein“, forderte Marvin Lutz am 26. Mai am Mahnmal „Tisch mit zwölf Stühlen“ in Niendorf. Er und seine Mitschüler vom Gymnasium Ohmoor erinnerten im Monat des Gedenkens an Hamburger Widerstandskämpfer.

 

Viele der Zehnt- und Elfklässler des Gymnasiums Ohmoor wohnen im Rudolf-Klug-Weg, Kurt-Ledien-Weg oder Margaretha-Rothe-Weg. Straßen, die nach Widerstandskämpfern des NS-Regimes benannt sind, deren Namen auch im Mahnmal im Kurt-Schill-Weg in Niendorf Nord eingraviert sind. Im Rahmen des zweiten Eimsbütteler Monats des Gedenkens wollten die Schüler unter Leitung von Geschichtslehrer Thomas Runte mehr über die Opfer und darüber, was Widerstand in unserer heutigen Demokratie bedeutet, wissen. Angeregt hatte das Gedenken am Mahnmal kurz vor ihrem Tod im März dieses Jahres die Niendorferin Steffi Wittenberg, Verfolgte des NS-Regimes und Schirmfrau des Gedenkmonats.

Begleitet wurde die szenische Lesung mit dem israelischen Kanon „Hashivenu“, vorgetragen  vom Mittelstufen-Chor und einem Klezmer-Duett für Geigen. „Widerstehen heißt heute einstehen für etwas.“ Zu diesem Schluss sind die 17 Schüler, die sich sechs Wochen lang freiwillig mit dem Thema beschäftigten, gekommen. Sie möchten sich insbesondere für die heute Verfolgten und Flüchtenden stark machen. „Ich stehe für ein offenes Miteinander ein, wo alle dabei sein dürfen!“ sagte Schülerin Solveig Weßels unter Applaus. „Steffi hätte diese Veranstaltung sehr gefallen“, resümierte Georg Chodinski von der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes, der auch Steffi Wittenberg angehörte. mf  


Das Mahnmal „Tisch mit zwölf Stühlen“
wurde von dem Düsseldorfer Künstler Thomas Schütte entworfen und 1987 eingeweiht. Elf der aus Ziegelsteinen gefertigten Stühle tragen die Namen von Widerstandskämpfern des NS-Regimes, nach denen auch elf Straßen in Niendorf  Nord benannt wurden. Der zwölfte Stuhl trägt keine Namenstafel. Er soll dazu auffordern, sich dazu zu setzen und der Opfer zu gedenken.

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