Hochwasserschutz im Bereich der Kollau ist derzeit Dauerthema in verschiedenen Ausschüssen Foto: cs

„Aber der Hochwasserschutz ist nie fertig“

Im Bereich der Kollau sind für die nächsten Jahre umfangreiche Maßnahmen geplant

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Klimaforscher warnen schon seit Jahren und die Erfahrungen der vergangenen Monate zeigen es: Extremwetterereignisse mit Starkregen und Sturm werden immer häufiger.

 

Überschwemmungen, Unterspülungen, vollgelaufene Keller gehören vielerorts zum Alltag – auch im Bereich der Kollau, welche vergangenes Jahr von der Stadt Hamburg zum Überschwemmungsgebiet ausgewiesen wurde. Ein Umstand, der besonders vor dem Hintergrund der gleichzeitig zunehmenden Versiegelung weiterer Flächen für erbitterte Proteste unter den Anwohnern sorgte (wir berichteten). Statt einfach nur Überschwemmungsgebiete auszuweisen, sollte die Stadt sich besser um den Hochwasserschutz kümmern, so die Meinung vieler Bürger.

Stephan Schneider von der Wasserbehörde des Bezirks Eimsbüttel sieht das naturgemäß anders. „Es ist einiges an Arbeit, aber der Hochwasserschutz ist nie fertig“, verkündete er in einem Vortrag, den er auf Einladung des Regionalauschusses gehalten hatte (siehe Artikel oben). Noch in diesem Jahr würden die Bauarbeiten für ein neues 5200 Kubikmeter fassendes Rückhaltebecken am Eidelstedter Farnhornstieg beginnen. Hintergrund: „Der Unterlauf der Kollau ist vor allem beeinflusst durch die Hochwasserzufuhr aus der dort fließenden Mühlenau mit zahlreichen Gewerbegebieten und den Arenen“, erläuterte Schneider.

Ebenfalls geplant für dieses Jahr: die Höhersetzung einer Trumme (Straßenablauf) im Bereich Wullwisch, die Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Kollaudurchlasses Niendorfer Straße, die Entschlammung des Rückhaltebeckens Schillingsbek sowie die Grundinstandsetzung der Alten Kollau zwischen Wehmerweg und Niendorfer Straße. Weiterhin sollen im Laufe der nächsten Jahre ein Rückhaltebecken für die Geelebek westlich des Deelwisch sowie ein Retentionsraum (Ausdehnungsraum) für die Alte Kollau südlich des Betriebsplatzes Wehmerweg gebaut und die Kollau zwischen Kollauteich und Wendlohstraße naturnah umgestaltet werden.

Langfristig müsse im Hochwasserschutz jedoch ein Umdenken stattfinden, betonte Schneider. „Die Rückhaltung von Regenwasser erfolgt am besten unmittelbar dort, wo es anfällt. Dezentrale Rückhaltung heißt das Stichwort: Gründächer, Rasengittersteine, Sickerteiche.“ cs

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