Umfangreiche Vorbereitungen Im Zuge des A7-Ausbaus werden zurzeit die Böschungen verbreitert und die Fundamente für die Behelfsbrücken gebaut Foto: löv

„Frohmebrücke“ nur noch einspurig

Ab Montag wird es richtig eng in Schnelsen – Die Anwohner wurden per Infobrief auf die Belastungen vorbereitet

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Die Arbeiten zum Abriss der Autobahnbrücken Frohmestraße und Heidlohstraße laufen auf Hochtouren. Mit schwerem Gerät werden die Böschungen erweitert und die Fundamente für die neuen Behelfsbrücken vorbereitet.

 

Noch haben die Arbeiten den Verkehrsfluss in Schnelsens Zentrum kaum gestört. Das dürfte sich ändern, wenn ab Montag nur noch eine Spur über die Frohmebrücke führt. Die Anwohner wurden vorletzte Wochen in einem Brief der bauausführenden Projektgesellschaft Via Solutions Nord über damit einhergehende Sperrungen und Einschränkungen informiert. In den vergangenen Jahren hatten die Gewerbetreibenden rund um die IG „Herz von Schnelsen“ auf eine zweispurige Verkehrsführung gedrängt. Warum dies nicht möglich ist und warum der Autobahnausbau gerade in Schnelsen sehr herausfordernd ist, erklärt Peter Caspar Hamel, Pressesprecher von Via Solutions Nord.

 

Niendorfer Wochenblatt: Warum werden die Behelfsbrücken in der Frohmestraße und Heidlohstraße nur einspurig mit Ampelschaltung und Blockverkehr befahrbar sein?

 

Peter Caspar Hamel: Es fehlt in doppelter Hinsicht der Platz für eine größere Breite: erstens müssen die Fundamente der Behelfsbrücken etwas nördlich der beiden alten Brücken errichtet werden. Sie können nicht an gleicher Stelle gebaut werden, solange die alten Brücken noch stehen. In die Widerlager werden die Behelfsbrücken „eingehängt“ und an den vorhandenen Straßenzug angeschlossen. Zweitens dürfen die Behelfsbrücken nicht breiter sein, weil unter ihnen der Lärmschutzdeckel gebaut wird. Dafür ist Platz nötig, der bei breiteren Überführungen fehlen würde.

 

NW: Es ist schwer vorstellbar, dass im Bereich des künftigen Deckels die Autobahn um zwei Spuren erweitert werden soll. Oberhalb der Trasse beginnt gleich die Wohnbebauung. Wie und wodurch kann Platz gewonnen werden?

Hamel: Es ist tatsächlich eine   Herausforderung, die A 7 durch Schnelsen hindurch zu erweitern und im Lärmschutzdeckel verschwinden zu lassen. Um den notwendigen Raum zu gewinnen,  müssen wir an beiden Seiten jeweils rund sechs Meter Gelände wegnehmen. Damit das höher gelegene Niveau nicht nachrutscht, ist ein Baugrubenverbau notwendig, der dies ausschließt. Zwar rückt die Autobahn theoretisch noch näher an die Wohnbebauung heran, aber dafür verschwindet sie im Lärmschutzdeckel und die Anwohner werden sie nicht mehr wahrnehmen – jedenfalls nicht als Autobahn, sondern als begrüntes Zentrum.

 

NW: Werden auf Schnelsener Gebiet auch außerhalb des „Deckels“ Lärmschutzwände errichtet?

Hamel: Fast der gesamte Hamburger Teil der Ausbaustrecke – angefangen rund 830 Meter südlich des Autobahndreiecks Hamburg Nordwest – wird an beiden Seiten und zum Teil auch in der Mitte der Autobahn mit Lärmschutzwänden ausgerüstet. Außerdem wird die neue Fahrbahn in Hamburg nur im Tunnel betoniert und ansonsten aus offenporigem Asphalt hergestellt, dem sogenannten „Flüsterasphalt“. Er reduziert die Lärmemissionen erheblich.

 

NW: Warum wird es auf dem neuen Deckel keine Parkplätze für Kunden der Frohmestraße geben?

Hamel: Die Gestaltung des „Deckeldaches“ nach seiner Fertigstellung obliegt der Stadt Hamburg. Unsere Projektgesellschaft hat hierauf keinen Einfluss.

 

NW: Die letzten Wochen waren geprägt von Dauerstaus auf der A7 mit spürbaren Auswirkungen rund um Schnelsen. Empfehlen Sie ortskundigen Autofahrern Ausweichrouten?

Hamel: Die Behörden in Schleswig-Holstein und Hamburg empfehlen – und wir schließen uns da an –  die Autobahn während eines Staus nicht zu verlassen. Die    theoretisch vorhandenen Ausweichstrecken sind meist ebenso überlastet.

 

NW: Wird es Entschädigungen für Anwohner geben, die von Bauverschmutzungen und Baulärm betroffen sind?

Hamel: Für unvermeidliche Einschränkungen und „Nebenwirkungen“ durch die Bauarbeiten wird es keine Entschädigungen geben. Natürlich werden wir aber die gesetzlichen Bestimmungen, etwa zu Höchstwerten bei der Lärmemission, genau einhalten.

 Das Interview führte Daniela Lövenich

 

 

 

Notrufnummer

 

Bei plötzlichen Serviceunterbrechungen (Strom, Telefon, Wasser) sind die jeweiligen Versorgungsanbieter mit ihren Notfall-Hotlines Ansprechpartner. Daneben hat das   Baukonsortium eine Krisenhotline für Notfälle im Baustellenbereich eingerichtet +49 800-8768767.

 

Voraussichtlicher Zeitplan

 

11. Mai: Start der einspurigen Verkehrsführung mit wechselseitigem Blockverkehr in der Frohmestraße; Einrichtung Einbahnstraßenregelung Jungborn; Start Einbahnstraßenregelung Vogt-Kock-Weg

20. Mai: Start der einspurigen Verkehrsführung mit wechselseitigem Blockverkehr Heidlohstraße; ggf. Einrichtung Einbahnstraßenverkehr Röthmoorweg

19. Juni: Vollsperrung der A 7 ab 22 Uhr bis Montag, 22. Juni, 5 Uhr wegen Abriss Brücke Frohmestraße; Vollsperrung der Frohmestraße bis Mittwoch, 24. Juni, 2 Uhr

3. Juli: Vollsperrung der A 7 ab 22 Uhr bis Montag, 6. Juli, 5 Uhr, Abriss Brücke Heidlohstraße, Vollsperrung Heidlohstraße bis Mittwoch, 8. Juli  ,2 Uhr 

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