Zivilcourage in Schnelsen

Zwei junge Männer stellen Handtaschenräuber

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Der Mut und die Hilfsbereitschaft nach einem Raubüberfall brachten den Helfern Dank und eine Belobigung der Polizei ein.

 

Spätabends am Sonnabend vor Ostern ging die 33-jährige Viktoria M. von der Arbeit nach Hause durch die Straße Burgwedel. Plötzlich tauchte ein Jugendlicher vor ihr auf. „Was macht der Junge so spät noch auf der Straße“, wunderte sich die junge Frau. Doch der riss schon im nächsten Moment heftig an der Handtasche, um sie zu rauben. Das Opfer ließ nicht los und begann um Hilfe zu schreien. Der Junge schlug ihr mehrfach ins Gesicht und trat noch auf sie ein, als sie schon am Boden lag. „Einen Überfall mit solcher ungewöhnlich enormen Brutalität haben wir in unserem Revier noch nicht erlebt“, sagt Christian Penack, Leiter des Polizeikommissariats 24.

 

Blitzschnell reagiert

 

Die junge Frau hatte jedoch Glück im Unglück: Vier jugendliche Anwohner sprangen teils ohne Schuhe aus dem Fenster ihres Hauses und verfolgten den Täter. Im Haus gegenüber hörten zwei junge Männer die Schreie und beobachteten die rennenden Jungs. Alarmiert eilte einer von ihnen sofort hinterher und der andere zur Frau. In dem Moment erfasste die vorbeifahrende Ärztin Gabriele E. die Situation und übernahm die Versorgung des Opfers. Die beiden 22-Jährigen, Marc Westphal und Maximilian Eickhölter, stellten den Täter, hielten ihn fest und riefen die Polizei, die den Jungen dann festnahm. Die anderen Jugendlichen waren inzwischen verschwunden.

 

„Wir haben nicht lange überlegt. Es war klar, dass wir helfen mussten“, berichtet Westphal. Eickhölter ergänzt: „Wenn man zu mehreren ist, muss man auch keine Angst vor so einem Täter haben.“ Den Mut und die Entschlossenheit der drei Helfer nahm PK-Leiter Penack zum Anlass die Beteiligten zu einer Dankesrunde einzuladen. „In diesem Fall wollte ich mich unbedingt persönlich bedanken und andere ermutigen, ebenso couragiert zu handeln“, betont er. Viktoria M. drückt glücklich ihren Dank aus. Für den erst 14-jährigen Täter fühlt sie gleichzeitig Wut und Mitleid: „Ich frage mich immer, warum er das nur gemacht hat. Er verbaut sich doch sein Leben.“ Penack stellt aber klar: Das Jugendstrafrecht soll vor allem erziehen statt strafen. tif

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