Wird Flüchtlingsunterkunft größer ?

Bewohner des Überschwemmungsgebiets am Hagendeel in Lokstedt sind auf Zinne

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Es war der letzte Punkt auf der Tagesordnung in der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses: Die von SPD und Grünen geforderte „Bürgerinformation zur Erweiterung des Standortes Hagendeel für die öffentliche Unterbringung“ sorgte aber gleich zu Beginn der Sitzung für hitzige Diskussionen.

 

Der Antrag, den die beiden Fraktion „auf den letzten Drücker“ auf die Tagesordnung hatten setzen lassen, liefert Zündstoff. So mussten die zahlreich herbeigeeilten Mitglieder der „Bürgerinitiative zur Erhaltung der Aue Hagendeel“ erfahren, dass der umstrittene Bau einer Flüchtlingsunterkunft im Überschwemmungsgebiet größer ausfallen könnte als ursprünglich geplant. „Da die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) angekündigt hat, dass aufgrund der aktuellen Prognosezahlen im Jahr 2015 hamburgweit weitere 4700 Plätze für Flüchtlinge kurzfristig zur Verfügung gestellt werden müssen, ist am Standort Hagendeel eine Erweiterung der bereits geplanten Kapazitäten beabsichtigt“, heißt es in dem Antrag, der eine zeitnahe Infoveranstaltung zu den Erweiterungsplänen vor Ort fordert. Bedeutet: Sollte im Überschwemmungsgebiet noch eine weitere Flüchtlingsunterkunft gebaut werden, müssten noch mehr Quadratmeter aufgeschüttet, noch mehr Fläche versiegelt werden – und dass, obwohl die wasserrechtliche Situation noch nicht einmal für die ursprünglichen Pläne geklärt ist. „Das ist eine riesige Sauerei“, wetterte Axel Tiede von der Bürgerinitiative.

 

Unglücklich

 

Der Ausschuss-Vorsitzende Rüdiger Rust (SPD) versuchte zu beruhigen: „Die Entscheidung ist ja noch gar nicht gefallen.“ Am Ende musste aber auch er eingestehen, dass die Aufstockung des Standortes wahrscheinlich so gut wie beschlossen ist. Auch wenn – und darüber waren sich alle Fraktionen einig – es sich dabei „sicherlich um die unglücklichste Fläche im gesamten Bezirk Eimsbüttel handelt“.

Der Ausschuss wird sich in seiner nächsten Sitzung, am Montag, 11. Mai, noch einmal ausführlich mit dem Thema beschäftigen. cs

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