Bürger sind gefragt

Verwaltung will in Lokstedt in Sachen Bürgerbeteiligung neue Wege gehen

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In Sachen Bürgerbeteiligung könnte Lokstedt eine Vorreiterrolle übernehmen.

 

Lokstedt gehört zu Hamburgs beliebten Stadtteilen. Immer mehr Menschen wollen dort wohnen, besonders junge Familien mit Kindern. „Doch selbst wenn man die alteingesessenen Lokstedter fragt: Kaum einer kann sich wirklich mit einem bestimmten  Ort im Stadtteil außerhalb der eigenen vier Wände identifizieren“, berichtet Dr. Michael Freitag, Regionalbeauftragter der Bezirksverwaltung Eimsbüttel.

Das soll sich ändern: Im Auftrag der Bezirksversammlung will die Verwaltung seit gut einem Jahr „Perspektiven für dem Stadtteil“ finden – und dabei die Bürger jetzt noch stärker einbinden als zuvor.

Eine große Herausforderung, der Freitag und sein Team mit dem sogenannten „Bürgergutachten Lokstedt 2020“ gerecht werden wollen. „Das Problem ist, dass zwar jeder Bürger eine Haltung zur Entwicklung des Stadtteils hat, in der Regel aber nur die sogenannten Aktivbürger an Beteiligungsverfahren ohne konkreten Konflikt teilnehmen“, erläuterte Freitag bei der Vorstellung der Planungsansätze im Regionalausschuss Lokstedt. So seien zur Info-Veranstaltung „Lokstedt im Wandel“ zwar an die 100 Interessierten gekommen, diese entsprächen aber gerade einmal 0,3 Prozent der Bevölkerung.

Der Plan: Ein externer Dienstleister gewinnt im Auftrag der Verwaltung eine repräsentative Gruppe von etwa 100 Bürgern, die sich gemeinsam ein Jahr lang im Rahmen verschiedener Workshops mit Lokstedts Zukunft in den Bereichen Wohnen, Einzelhandel, Gastronomie, Verkehr sowie Zusammenleben beschäftigen und im Ergebnis das „Bürgergutachten Lokstedt 2020“ erstellen. „So etwas hat es noch nicht gegeben. Damit können wir in ganz Hamburg eine Vorreiterrolle einnehmen“, betonte Freitag stolz.                

               

 

Bürgerbeteiligung Lokstedt

 

 

Das Gros der anwesenden Politiker nahm die „mutige und ambitionierte“ Idee wohlwollend auf, forderte vor der endgültigen Entscheidung allerdings einen detaillierten Kostenplan. Kritik hagelte es hingegen von Seiten der Linken, in Person des stellvertretenden Ausschussmitglieds Jens Reuter. Reuter prangerte Fehlentscheidungen der Vergangenheit an, monierte das Fehlen eines echten Lokstedter Zentrums mit Aufenthaltsqualität. Auch die  Bürgerinitiative „Ein Zentrum für Lokstedt“ hat sich bereits kritisch zu Wort gemeldet. Die Mitglieder  empfinden das „Bürgergutachten Lokstedt 2020“ als eine Zumutung, die vermutlich nur dazu diene, zu verhindern, dass bis 2020 in der Sache etwas Konkretes passiere. Ihrer Meinung nach liegen die Probleme Lokstedts auf der Hand: „Hinsichtlich Mobilität und Verkehr wäre das logische Thema natürlich Verkehrsberuhigung – des ganzen Stadtteils.“ cs

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