Wird seit Jahren nicht genutzt, dennoch soll das Großspielfeld an der Döhrntwiete erhalten werden. Foto: cs

Bürger sind gegen Bolzplatz

Doch der Bau an der Emil-Andresen-Straße in Lokstedt ist bereits so gut wie sicher

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Sie kamen wieder zahlreich zur jüngsten Sitzung des Regionalausschusses Lokstedt. Verhindern können die verärgerten Anwohner des Quartiers den geplanten Bolzplatz an der Emil-Andresen-Straße (das Wochenblatt berichtete) wohl dennoch nicht.

 

Auch wenn, wie von der Politik gefordert, verschiedene Flächen nochmals geprüft wurden, keine kommt laut Bezirksamt als wirkliche Alternativlösung in Frage.  Besonders in den stillgelegten Hockeyplatz an der Döhrntwiete, der von Eintracht Lokstedt verwaltet wird, hatten die Bürger große Hoffnungen gesetzt. Der Plan, den sie gemeinsam mit Verantwortlichen des Vereins ausgetüftelt haben: Einen Teil abzugrenzen und in einen öffentlich zugänglichen Bolzplatz umzuwandeln.

 

Vereine haben Bedarf

 

Das Problem: Das Areal habe fast genau die Größe eines Großspielfeldes, ungefähr 100 mal 60 Meter, erläuterte Sportreferent André Güldner. Und genau dieses würde im Bezirk Eimsbüttel dringend benötigt. Vereine wie der Eimsbüttler Turnverein (ETV) und der SC Victoria hätten bereits Bedarf angemeldet.

„Ich sehe daher kein Potential für die Errichtung eines zusätzlichen Bolzplatzes“, so Güldner. Eine Aussage, die bei den anwesenden Bürgern auf heftigen Widerstand stieß.

„Wir haben das Gefühl, dass uns hier kein Gehör geschenkt wird“, beschwerte sich Jan Kingsley von der Bürgerinitiative „Erhalt der Max-Tau-Wiesen“. Sein Vorschlag: Das Amt solle sich im Quartier erneut ein Meinungsbild verschaffen. „Wenn die Mehrheit der Anwohner für den Bolzplatz ist, dann werden wir uns diesem Umstand fügen“, sagte Kingsley.

Ein Ansinnen, das bei Amt und Politik jedoch auf wenig Gegenliebe stieß. „Wir setzen lediglich geltendes Recht um. Die Errichtung des Bolzplatzes ist im Bebauungsplan festgeschrieben“, erläuterte der Ausschuss-Vorsitzende Rüdiger Rust (SPD). Und: Als Ergebnis der Kinder- und Jugendbeteiligung werde ohnehin nur die Kleinstlösung angestrebt – rund 25 Prozent einer möglichen Gesamtfläche von 2400 Quadratmetern.

 

Noch zu klären

 

Dennoch: Am Ende der Diskussion fasste sich die Grünen-Fraktion ein Herz und kündigte eine schriftliche kleine Anfrage an: Konkret geht es dabei um den Eingangsbereich an der Julius-Vossler-Straße, die geplante Hundeauslauffläche an der Schillingsbek sowie das Areal am Lohbekpark. Diese Flächen sind im B-Plan nicht als Bolz- oder Spielplatz ausgewiesen und kommen daher laut Verwaltung aufgrund fehlender Rechtssicherheit für einen Bolzplatz nicht in Frage. Lisa Kern, Sprecherin der Grünen im Regionalausschuss: „Wir wollen wissen, in wie weit Änderungen der B-Pläne angestoßen werden können, welche bezirklichen Gremien nötig wären und wie die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür sind.“ cs

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